Skurrile Statistik

In dieser Stadt wird am meisten „Veggie“ gekauft - und in dieser Region am wenigsten

Man isst gerne „veggie“ - zumindest in zwei deutschen Millionenstädten. Auf dem flachen Land stellt sich die Lage anders dar.

Berlin - Ausgerechnet „Hamburger“! Die Ausgabebereitschaft der Deutschen für sogenannte Veggieprodukte ist einem Bericht zufolge regional sehr unterschiedlich. An der Spitze liege Hamburg, wo im vergangenen Jahr jeder Einwohner rechnerisch 12,69 Euro für Fleischalternativen auf pflanzlicher Basis ausgegeben habe, berichtete die Zeitung Welt am Sonntag aus Berlin unter Berufung auf Zahlen der Nielsen-Marktbeobachtung. Weniger als die Hälfte war es demnach in Mecklenburg-Vorpommern, wo für durchschnittlich 6,07 Euro Sojabällchen, Bratlinge sowie andere vegetarische und vegane Produkte gekauft wurden.

Generell floriere der Absatz eher in städtischen Regionen mit einem vergleichsweise hohen Anteil gut verdienender Berufstätiger, berichtete die Zeitung. So lägen die Durchschnittsausgaben auch in Freiburg und Berlin deutlich über dem Durchschnitt. Nielsen gliederte das Bundesgebiet dem Bericht zufolge in 36 Mikroregionen auf, um regionale Trends auszumachen.

„Trendige“ und „Gewissensentscheider“ langen am kräftigsten zu

Insgesamt erreichte demnach der Umsatz mit Veggieerzeugnissen in Deutschland in den zwölf Monaten bis Ende Februar 959,8 Millionen Euro - ein Plus von 30,4 Prozent gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres. Damit dürfte das Geschäft in dem Segment im laufenden Jahr erstmals die Marke von einer Milliarde Euro überschreiten.

"Zwei Gruppen neigen dem Vegetarismus und Veganismus besonders zu - wir nennen sie die Trendigen und die Gewissensentscheider", sagte die Nielsen-Ernährungsexpertin Birgit Czinkota dem Blatt. Die Trendigen seien Verbraucher, die sehr markenorientiert seien und mit ihrem Konsum auch Freunde und Bekannte beeindrucken wollten.

Gewissensentscheider bildeten in der Konsumententypologie mit vier Prozent die kleinste Gruppe, aber fast alle von ihnen verzichteten auf Fleisch, hieß es weiter. Den größten Anteil der Käufer stellen dem Bericht zufolge sogenannte Flexitarier, die gelegentlich Fleisch essen.

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AFP

Rubriklistenbild: © dpa / Andreas Gebert

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