Inbev schluckt Anheuser-Busch - Bier-Ehe endlich perfekt

Brüssel/New York - Mega-Hochzeit auf dem Biermarkt: Der belgische Brauriese Inbev will für 52 Milliarden Dollar (33 Mrd. Euro) den US-Bierkonzern Anheuser-Busch schlucken und zur Nummer eins in der Welt aufsteigen. Die Aktionäre und die Kartellbehörden müssen dem Kauf noch zustimmen.

Inbev mit Beck's, Spaten, Löwenbräu und Franziskaner und Anheuser-Busch mit Budweiser oder Bud light kommen zusammen auf einen Umsatz von 36,4 Milliarden Dollar und eine Produktion von 460 Millionen Hektolitern. Rund 60 Prozent des Umsatzes entfallen auf Inbev. Den beiden Brauriesen gehören insgesamt rund 300 Getränkemarken in aller Welt.

Anheuser-Busch mit Sitz in St. Louis (Missouri) kontrolliert vor allem mit seinen US-Marken rund die Hälfte des amerikanischen Biermarktes. Inbev rangiert bislang hinter SAB Miller aus Großbritannien. Sowohl Inbev als auch SAB Miller waren in ihrer heutigen Form durch Fusionen und Übernahmen entstanden.

An der Spitze des neuen Brauriesen soll Inbev-Chef Carlos Brito stehen. Die Europäer übernehmen damit die Kontrolle über einen US-Traditionskonzern, dessen Wurzeln mehr als 150 Jahre zurückreichen. Als Zugeständnis soll der kombinierte Brauriese "Anheuser-Busch Inbev" heißen. Im Aufsichtsrat des kombinierten Konzerns bekommen die Amerikaner zwei Sitze, einen davon übernimmt Anheuser-Busch-Chef August A. Busch IV., hieß es.

Die Übernahme soll den Plänen zufolge bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Die Konzerne erwarten sich Einsparungen von mindestens 1,5 Milliarden Dollar pro Jahr, die ab 2011 erreicht sein sollen. Ab dem Jahr 2010 soll der Gewinn des kombinierten Konzerns durch die Effekte der Übernahme steigen.

Die Führung von Anheuser-Busch hatte sich wochenlang gegen die Übernahme gewehrt und Inbevs Angebot von zunächst 65 Dollar je Aktie als zu niedrig bezeichnet. Die beiden Rivalen zogen sogar gegeneinander vor Gericht. Erst zum Wochenende erhöhte Inbev dann die Offerte auf 70 Dollar je Aktie. Am Sonntag einigten sich beide Seiten.

Die Aktien des US-Konzerns sind breit gestreut. Die Marke Budweiser soll künftig noch stärker weltweit vermarktet werden, hieß es. In Deutschland etwa ist der Absatz bislang sehr gering.

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