Industrie will 30 000 neue Arbeitsplätze schaffen

- Frankfurt/Main - Die deutschen Industrieunternehmen bewerten nach einer DIHK-Umfrage ihre Lage so gut wie seit 15 Jahren nicht mehr. "Wir rechnen mit einem Aufbau von bis zu 30 000 neuen Stellen", sagte der DIHK-Chefvolkswirt Axel Nitschke der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Bei sechs Millionen Beschäftigten im Industriesektor entspreche dieser Wert einer erwarteten Zunahme um etwa 0,5 Prozent. Auch im kommenden Jahr werde das verarbeitende Gewerbe nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) überproportional weiter wachsen und die Folgen der Mehrwertsteuererhöhung bis zum Sommer ausgleichen, so dass die Gesamtwirtschaft dann wieder Anschluss an das starke Wachstum dieses Jahres finden könne. Erstmals seit 2001 würden dabei im Jahr 2007 wieder neue Stellen in nennenswertem Umfang entstehen.

Der DIHK stellte fest, nach einem langen Schrumpfungsprozess seien die Perspektiven der Industrie nunmehr viel versprechend. "Die Geschäftslagebewertung erreicht Ende 2006 ihren höchsten Stand seit 1991, so dass die Industrieunternehmen sehr optimistisch in das kommende Jahr blicken", sagte Nitschke. Doch trübten Unwägbarkeiten über Reformen am Arbeitsmarkt und im Steuersystem die Erwartungen. "Hier besteht für die Politik noch Potenzial zur Kräftigung des Aufschwungs."

Die Mehrwertsteuererhöhung werde vor allem den Handel und das Tourismusgewerbe spürbar belasten, prognostizierte er. "Infolge der robusten Industriekonjunktur dürfte es aber allenfalls zu einer vorübergehenden Wachstumsdelle Anfang 2007 kommen." Nachdem die Industrie ihre Produktion zuletzt um etwa fünf Prozent ausgeweitet haben dürfte, erwartet der DIHK für das kommende Jahr eine Abschwächung des Wachstums auf drei Prozent. Motor bleibe das gut laufende Ausfuhrgeschäft, vor allem in der Investitionsgüterbranche.

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