Industrieländer besorgt wegen Finanzinvestoren

Hedge-Fonds im Visier: - Essen - Die Finanzminister der sieben führenden Industrienationen (G-7) wollen die Weltwirtschaft wirksamer vor Risiken durch den Zusammenbruch von Hedge-Fonds schützen. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sagte nach Ende des G-7-Treffens am Wochenende in Essen, es gebe zwar noch keine konkreten Beschlüsse. Es sollte aber im Eigeninteresse der Fonds selbst liegen, den Aufsichtsbehörden Möglichkeiten zur Vorsorge gegen einen eventuellen Kollaps einzuräumen.

Nach den Worten Steinbrücks soll bis zum nächsten Treffen der G-7-Finanzminister im Mai eine neue Abschätzung des Risikopotenzials von Hedge-Fonds für das globale Finanzsystem vorliegen, die eine Beurteilung aus dem Jahr 2000 fortschreibt. In ihrer Abschlusserklärung betonten die Finanzminister, Wachsamkeit sei geboten, auch wenn die Fonds zur Effizienz des weltweiten Finanzsystems beitrügen. Allein im Jahr 2006 verwalteten die Hedge-Fonds 1,4 Billionen Dollar. Steinbrück unterstrich, es sei ein Erfolg, dass erstmals in der G-7-Runde über das Thema gesprochen worden sei. Damit sei ein Prozess in Gang gesetzt. In der Vergangenheit hatten sich vor allem die USA und Großbritannien dagegen gesperrt.

Die Finanzminister und Notenbankchefs aus Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, den USA, Kanada und Japan hatten unter deutscher Präsidentschaft in Essen zwei Tage weitere Themen wie Energiepolitik, die Reform des Internationalen Währungsfonds sowie die Entwicklung in der Welthandelsrunde diskutiert.

Neben den Hedge-Fonds galt als wichtiges Thema auch die Schwäche des Yen. Die japanische Währung hatte seit Januar 2006 gegenüber dem US-Dollar rund vier Prozent und gegenüber dem Euro sogar rund elf Prozent an Wert verloren. Für europäische und amerikanische Exportunternehmen heißt das, sie müssen sich der billigeren japanischen Konkurrenz stellen. Vor allem die deutschen Autobauer bekommen dies zu spüren. Hintergrund der Yen-Schwäche sind die historisch niedrigen Zinsen von 0,25 Prozent in Japan.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dax steigt wieder bis knapp 11 600 Punkte
Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich am Mittwoch wieder etwas vorgewagt. Der Dax nahm erneut Tuchfühlung zur Marke von 11.600 Punkten …
Dax steigt wieder bis knapp 11 600 Punkte
Schnell und billig: Das sind die Tricks der Lebensmittelindustrie
München - Haben Sie sich schon mal gefragt, warum die Kartoffeln in der Kantine so perfekt gelb sind? Branchen-Insider Sebastian Lege erklärt das in einer neuen …
Schnell und billig: Das sind die Tricks der Lebensmittelindustrie
Goldman Sachs profitiert von Börsen-Boom nach Trump-Wahl
Gewinnsprung bei Goldman Sachs - die Trump-Rally an den Finanzmärkten füllt der führenden US-Investmentbank zum Jahresende noch einmal kräftig die Kassen. Andere …
Goldman Sachs profitiert von Börsen-Boom nach Trump-Wahl
Rückschlag bei Mifa-Rettung
Neue schlechte Nachrichten bei Mifa: Die Zahlungsschwierigkeiten sind so gravierend, dass der Fahrradhersteller seine Lieferverträge nicht einhalten kann. Viele Jobs …
Rückschlag bei Mifa-Rettung

Kommentare