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Inflationsgewinner: Wie Aldi, Lidl und Netto von der Teuerspirale profitieren

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Von: Lisa Mayerhofer

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Supermarkt-Einkäufe auf dem Band an der Kasse: Nach der Corona-Flaute steigt der Marktanteil von Discountern wie Aldi, Lidl und Co. wieder. 
Nach der Corona-Flaute steigt der Marktanteil von Discountern wie Aldi, Lidl und Co. wieder.  (Symbolbild) © Manuel Geisser/Imago

Nach der Corona-Flaute steigt der Marktanteil von Discountern wie Aldi, Lidl und Co. wieder. Sie profitieren von der Inflation.

Nürnberg – Häufiger beim Discounter einkaufen, auf teure Markenartikel verzichten und mehr auf Sonderangebote achten: Der Ukraine-Krieg und die rasant steigenden Preise bei unzähligen Produkten haben das Einkaufsverhalten vieler Menschen in Deutschland innerhalb weniger Wochen verändert. Das zeigen aktuelle Umfragen und Daten von Marktforschern. Sie zeigen auch: Discounter wie Aldi, Lidl und Co. werden wieder beliebter. Laut einem Experten profitieren sie stark von der Inflation und den Preissteigerungen.

Experte über Aldi, Lidl und Co.: „Jetzt schlägt die Stunde der Discounter“

„Haushalte reagieren sehr schnell, wenn sich die Rahmenbedingungen stark verändern“, sagte der Handelsexperte Robert Kecskes vom Marktforschungsunternehmen GfK der Deutschen Presse-Agentur. „Das war bei der Pandemie so, und es ist jetzt beim Ukraine-Krieg und der hohen Inflationsrate genauso.“ Die Menschen seien verunsichert, viele spürten, dass ihr frei verfügbares Einkommen schrumpfe und das habe deutliche Auswirkungen auf ihr Einkaufsverhalten.

Eine Sparmaßnahme vieler Deutscher sei dabei, beim Discounter einkaufen. „Von der Corona-Krise haben in erster Linie die Supermärkte profitiert, weil sich die Menschen in der Pandemie etwas Gutes tun wollten. Diese Verwöhnphase ist jetzt vorbei. Jetzt schlägt wieder die Stunde der Discounter“, ist Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU in Düsseldorf überzeugt.

Tatsächlich kehrten nach den Zahlen der GfK im März zahlreiche Verbraucherinnen und Verbraucher den teureren Einkaufsstätten wie dem Fachhandel und den Supermärkten den Rücken. Sie erledigten ihre Einkäufe lieber bei Aldi, Lidl und Co. Der Marktanteil der Discounter wachse nach langer Zeit wieder, heißt es bei der GfK.

Inflation: Druck auf Supermärkte steigt, während Discounter profitieren

Doch die Schlachten um den niedrigsten Preis, wie sie die Discounter zugunsten der Verbraucher die letzten Jahre geführt haben, dürften nun vorbei sein. Chehab Wahby, Konsumexperte und Partner der Beratung EY-Parthenon, prognostiziert im Handelsblatt weitere Preissteigerungen. „Der Discount ist der Impulsgeber für die Preise im Markt“, sagte er. Wahby geht davon aus, dass die Discounter weiter kontinuierlich Preise anheben werden – im Eigenmarkenbereich und bei Markenartikeln: „Die Preisbewegung wird in der Breite wirken. Denn die Supermärkte werden dann jeweils nachziehen“, sagte er gegenüber der Zeitung.

Das bedeutet auch enormer Druck für Supermärkte wie Edeka und Rewe. Die Händler mit Vollsortiment hätten viel zu verlieren, während Discounter wie Aldi ein enormes Grundvertrauen bei den Konsumenten genießen würden, meint Konsumgüterexperte Whaby im Handelsblatt. Bei Supermärkten würden Kunden Preiserhöhungen schneller übel nehmen als bei Discountern.

Handelsexperte Kecskes sieht das ähnlich: „Für die Supermärkte ist es jetzt eine Herkulesaufgabe, ihre Kunden zu halten“, sagte er der Zeitung. Er rechnet damit, dass Edeka und Rewe mit Rabattaktionen und einer starken Bewerbung der Eigenmarken versuchen, die Kunden von den unvermeidlichen Preiserhöhungen abzulenken. (lma/dpa)

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