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Sachsen gibt dem Qimonda-Werk in Dresden ein Darlehen.

Infineon beteiligt sich nicht an Qimonda-Rettung

Dresden/München - Die Zukunft des Dresdner Werkes des von Insolvenz bedrohten Speicherchipherstellers Qimonda ist nach einem kurzen Hoffnungsschimmer wieder ungewiss.

Nach der Absage des Mutterkonzerns Infineon, sich am Rettungspaket des Freistaates Sachsen zu beteiligen, steht das Überleben des Werkes weiter auf Messers Schneide. Sachsen hatte am Dienstag für das Werk ein 150 Millionen Euro-Darlehen angeboten - wenn der Mutterkonzern Infineon die gleiche Summe beisteuert. Infineon lehnte das ab, signalisierte aber weitere Gesprächsbereitschaft. Die Forderung aus Sachsen übersteige bei weitem die Möglichkeiten des Konzerns, hieß es zur Begründung.

Bei Qimonda sind weltweit 13 000 Menschen beschäftigt. Bis Frühjahr sollen im Werk Dresden von rund 3000 Stellen 950 abgebaut werden. Im Werk München sind es 600. In Dresden werden Speicherchips auf der Basis der 300-Millimeter-Wafer (siliziumscheiben)-Technologie gefertigt. Sie werden in den meisten modernen Prozesstechnologien eingesetzt.

Infineon begrüßte zwar die Bereitschaft Sachsens, Qimonda unterstützen zu wollen. Die daran geknüpfte Forderung, als Mehrheitsaktionär ebenfalls einen "unkonditionierten dauerhaften Beitrag in Höhe von 150 Millionen Euro in bar" zu leisten, sei aber nicht zu erfüllen, erklärte der Münchner Halbleiterhersteller. Infineon habe seine Möglichkeiten in den Verhandlungen mit dem Freistaat frühzeitig zum Ausdruck gebracht, hieß es. "Infineon hat trotz der äußerst angespannten Marktlage einen Kredit angeboten in Verbindung mit dem Verkauf eines substanziellen Aktienpaketes an den Freistaat. Wir sind mit dem Angebot an die Grenze der noch vertretbaren Belastungen gegangen", sagte Vorstandschef Peter Bauer laut Mitteilung.

Hintergrund der sächsischen Rettungsbemühungen ist die Furcht vor dramatischen Auswirkungen, die eine Insolvenz von Qimonda auf den Halbleiterstandort Sachsen mit rund 1200 Firmen und etwa 40 000 Beschäftigten haben würde.

Die weltweite Chipkrise und der Preisverfall hatten zu Milliardenverlusten bei der Infineon-Tochter geführt, die auch Infineon schwer belastet haben. Der Konzern hält noch 77,5 Prozent an Qimonda und will diesen Anteil so schnell wie möglich loswerden. Bislang suchte Infineon aber vergeblich nach einem Käufer, darbt doch die gesamte Branche. Sachsen setzte bei seinem Rettungsangebot Hoffnung auf eine bei Qimonda entwickelte neue Fertigungstechnologie, der laut Gutachten Zukunftsfähigkeit und ein Technologievorsprung von 18 Monaten bescheinigt wurde.

Am Montag hieß es in Branchenkreisen, Infineon habe Bereitschaft signalisiert, sich mit 50 Millionen Euro an der Rettung von Qimonda zu beteiligen. Ein Unternehmenssprecher wollte sich dazu nicht äußern. Infineon-Chef Bauer hatte Finanzhilfen für Qimonda stets vehement abgelehnt angesichts der eigenen Probleme. Bei einer Insolvenz der Tochter drohen der Mutter aber hohe Belastungen, wie er jüngst einräumen musste.

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