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Die Commerzbank sowie drei weitere Banken zählen zu den größten Wertvernichtern unter den deutschen Aktienunternehmen.

DSW präsentiert schlechteste Watchlist seit 2003

Infineon und Commerzbank zählen zu größten Wertvernichtern

Berlin - Die beiden DAX-Unternehmen Infineon und die Commerzbank sowie drei weitere Banken zählen zu den größten Wertvernichtern unter den deutschen Aktienunternehmen.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) veröffentlichte am Mittwoch in Berlin ihre Watchlist 2009, die von 297 börsennotierten Unternehmen die 50 Firmen mit dem größten Kapitalverlust im Jahr 2008 aufzählt.

Download: DSW-Watchlist 2009 (PDF-Dokument, externer Link: www.dsw-info.de)

Es sei die schlechteste Bilanz seit 2003, erklärte die DSW. Drei Viertel der 297 Unternehmen hätten Kapital vernichtet. Die DSW erstellt ihre unrühmliche Liste seit den 90er Jahren. Zwar hätten die meisten Unternehmen derzeit mit sinkenden Auftragseingängen und Umsätzen sowie fallenden Kursen zu tun. Dennoch ragten einige Unternehmen selbst aus diesem Umfeld noch negativ heraus, sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker.

Diese “schwarzen Schafe“ schienen keinerlei Strategie gegen Abschwungsphasen zu haben. Ihre Manager träfen offensichtlich stets die falschen Entscheidungen, so dass die Unternehmenszahlen ein Desaster seien. Manche Unternehmen hätten das ihnen anvertraute Kapital zum größten Teil ausradiert.

Hohe Anzahl von Familienunternehmen überraschte

Die Liste ist geprägt von der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise: Erstmals seit Jahren finden sich mit Infineon (Platz 9) und Commerzbank (48) wieder zwei DAX-Werte in der Liste. Neben der Commerzbank stehen die IKB (Platz 3), die Hypo Real Estate (10), sowie die Aareal Bank (22) in der Liste. Erstmals seit 2004 seien Banken wieder groß vertreten, sagte Hocker. Das sei typisch für die Finanzmarktkrise. Weitere prominente Namen sind der Spielzeughersteller Zapf Creation,(Platz 5), der Erotik-Konzern Beate Uhse (8), das Medienunternehmen ProsiebenSat1 (16), der Modekonzern Escada (19) und der Handels- und Touristikkonzern Arcandor (24). An erster Stelle rangiert wie schon 2007 das Münchener Technologieunternehmen Tria IT.

Das Unternehmen habe seinen Aktionären nur Verluste eingebracht, das Management habe aus seinen Fehlern offenbar nichts gelernt, kritisierte Hocker. Kaum besser schneide das Internet-Reiseportal Travel24.com ab, das den zweiten Listenplatz einnimmt. Das Unternehmen stamme aus der Zeit des Neuen Marktes und habe das Kapital seiner Aktionäre seit dem Börsengang fast vollständig vernichtet, sagte Hocker.

Überrascht hat selbst die Schutzvereinigung die relativ hohe Anzahl von Familienunternehmen in der Liste. Aus dem Familienindex GEX sind neun Unternehmen unter den 50, darunter Tria IT, Zapf Creation und Beate Uhse. Ein Grund könnte sein, dass die Firmen zu starr an ihren Geschäftsmodellen festhielten, meinte Hocker.

Die Watchlist zum Download

DSW-Watchlist 2009 (PDF-Dokument, externer Link: www.dsw-info.de)

ap

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