Infineon: Ende des Streiks rückt näher

- München/Ingolstadt - Die IG Metall und die Infineon-Führung haben am Freitag mehrere Stunden lang in Ingolstadt über die Details einer möglichen Einigung im Streit um das bestreikte Chipwerk München-Perlach verhandelt. Bis zum späteren Nachmittag konnte noch keine Einigung erzielt werden. Beide Seiten waren aber zuversichtlich, dass ein Durchbruch möglich ist. Bei den Verhandlungen geht es um einen Sozialtarifvertrag, in dem die Abfindungen und die Gründung einer Beschäftitungsgesellschaft festgelegt werden sollen. Das Werk mit 800 Mitarbeitern soll Anfang 2007 geschlossen werden.

Arbeitgeber und Gewerkschaft hatten bereits am Donnerstag bis Mitternacht Gespräche geführt. Dabei einigte man sich darauf, am Freitag wieder offizielle Verhandlungen aufzunehmen. Im Falle einer Einigung wollte die Gewerkschaft laut Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer möglicherweise bereits am Sonntag die Urabstimmung über eine Ende des Streiks starten.

Nach zwei ergebnislosen Verhandlungsrunden hatte die IG Metall am vergangenen Montag den Streik in dem Werk gestartet. Über mehrere Tage versammelten sich einige hundert Protestler vor den Werkstoren und blockierten die Zugänge. Die Produktion in dem Werk lag lange Zeit weitgehend brach.

Ursprünglich lagen die Forderungen der beiden Seiten weit auseinander. Die IG Metall wollte drei Monatsgehälter Abfindung pro Jahr der Betriebszugehörigkeit, Infineon bot ein Zehntel davon. Zudem forderte die Gewerkschaft eine Auffanggesellschaft über fünf Jahre. Der Konzern wollte dagegen eine Beschäftigungsgesellschaft nur für ein Jahr. Beide Seiten betonten aber bereits zum Beginn des Streiks, dass Kompromisse möglich seien und man nicht an einem langen Arbeitskampf interessiert sei.

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