Infineon: Feilschen um Abfindungen

- Nürnberg/München - Eine zehnstündige Verhandlungsrunde über einen Sozialtarifvertrag für die rund 800 Beschäftigten des Infineon-Werks in München-Neuperlach hat keine Einigung gebracht. Grund sei die strittige Höhe von Abfindungszahlungen gewesen, sagte der bayerische IG-Metall-Chef Werner Neugebauer. Seit Sonntagnachmittag tagen Infineon und IG Metall erneut.

Nach Neugebauers Worten hatten sich Geschäftsleitung und Gewerkschaft bereits auf Kernpunkte geeinigt. Demnach sollten 615 statt bisher 800 Beschäftigte den Job verlieren. Für 80 bis 90 Arbeitnehmer sollte eine Weiterbeschäftigung gefunden werden. Etwa ebenso viele sollten in Altersteilzeit gehen.

Als Schließungstermin wurde der 31. März 2006 mit einer dreimonatigen Option vereinbart. Die Abfindungen sollten nach der Formel "Monatseinkommen multipliziert mit 1,32" berechnet werden. Der Betrag sollte auf maximal 101 000 Euro begrenzt werden.

Gescheitert seien die Gespräche Freitagnacht in Ingolstadt an der Frage von Zahlungen für die Beschäftigungsgesellschaft. Infineon sollte den Arbeitnehmern, die in diese Gesellschaft wechseln, für drei Monate die Differenz zwischen dem Kurzarbeitergeld und 85 Prozent des Nettoverdienstes zahlen. Ab dem vierten Monat sollten die Zahlungen mit den Abfindungen gegengerechnet werden. In den Verhandlungen am Freitagabend habe das Unternehmen aber verlangt, dabei Zuschläge und Sozialversicherungsbeiträge anzurechnen. Laut Neugebauer hätte dies für die Betroffenen eine deutliche Kürzung der Abfindungen bedeutet. Ohne Einigung "läuft der Streik weiter", sagte Neugebauer. Über eine Beendigung des Streiks könnten nur die Mitglieder in einer Urabstimmung entscheiden.

Horst Lischka von der IG Metall München sagte: "Die Streikfront steht." Ein Infineon-Sprecher äußerte lediglich, man habe sich in den Verhandlungen über Details nicht einigen können, die Gespräche würden aber weitergeführt.

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