Infineon mit Gewinnwarnung - Aktie bricht ein

Neubiberg - Der krisengeschüttelte Chipkonzern Infineon hat nur wenige Tage nach dem Rücktritt des früheren Vorstandschefs Wolfgang Ziebart seine Umsatz- und Ergebnisprognose für die Kommunikationssparte gekappt.

Das Unternehmen erwartet nun, dass der Umsatz in der Sparte im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2008 in etwa auf dem Niveau des Vorquartals bleibt, teilte die im DAX notierte Infineon am Donnerstag in München mit. Im frühen Handel brach die Infineon-Aktie um 5,36 Prozent auf 5,92 Euro ein.

Infineon begründete die Gewinnwarnung mit geringeren Volumina bei einigen Projekten im Mobilfunkgeschäft. Infineon erwartet zudem, dass der revidierte Umsatzausblick unter anderem in Verbindung mit Produktanpassungen zu einem Rückgang des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) vor Sondereffekten im Vergleich zum Vorquartal führen dürfte. Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres hofft die Gesellschaft auf eine Verbesserung bei Umsatz und EBIT vor Sondereffekten im Vergleich zum dritten Quartal 2008.

Den Einfluss der neuen Com-Prognosen auf die Konzern-Erwartungen für das Gesamtjahr kann das Unternehmen derzeit noch nicht beziffern. Ende April hatte Infineon seine Konzernprognosen für 2008 bestätigt: Danach soll der Umsatz weiterhin im hohen einstelligen Prozentbereich steigen sowie ein positives EBIT ausgewiesen werden. Die Marge soll im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich liegen.

Im zweiten Quartal schrieb die Gesellschaft auf Konzernebene einen Rekordverlust von 1,371 Milliarden Euro nach einem Minus von 396 Millionen Euro im Vorquartal. Gut eine Milliarde Euro entfiel aber alleine auf die Wertberichtigung seiner Speicherchip-Tochter Qimonda.

Am Montag hatte Wolfgang Ziebart nach wochenlangen Querelen mit seinem Aufsichtsratschef und Amtsvorgänger Max Dietrich Kley "aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die zukünftige strategische Ausrichtung des Unternehmens" seinen Hut genommen. Am Ruder steht nun Vorstand Peter Bauer. Doch Experten bezweifeln, dass der Konzern mit der neuen Aufstellung nun in ruhigeres Fahrwasser gerät.

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