Infineon: Gutachten soll Werk Perlach retten

- München - Der Betriebsrat des Infineon-Werks München-Perlach will mit Hilfe eines Gutachtens die drohende Schließung des Standorts verhindern. Der Technologiekonzern hat angekündigt, die Fertigung wegen struktureller Probleme bis Anfang 2007 aufzugeben. Eine vom Betriebsrat in Auftrag gebene Studie von Volker Wittke, Professor am Soziologischen Forschungsinstitut der Universität Göttingen, soll nun nachweisen, dass das Perlacher Werk mit 800 Infineon-Beschäftigten weitergeführt werden könne.

Nach Angaben des Betriebsrats zeigt die Studie, dass "ein Weiterbetrieb der Perlacher Fabrik sehr wohl möglich wäre". Infineon-Manager hatten argumentiert, dass Perlach aufgrund seiner geringen Kapazität unwirtschaftlich arbeite und die vorhandene Fertigungstechnologie veraltet sei. Zudem liefen Spezialprodukte, die dort noch hergestellt werden, aus. Auch Lohnverzicht der Beschäftigten könne den Standort nicht retten, hieß es.Dem Gutachten zufolge würden "sich die technologischen Anforderungen bei weitem nicht in so großem Ausmaß verschieben". Infineon plane Kapazitätserweiterungen in Produktsegmenten - etwa aus dem Bereich der Automobil- und Industrieelektronik -, die auch für Perlach relevant sein könnten. Auch sei ein Ausbau der Perlacher Fertigung zu deutlich reduzierten Kosten möglich. Der Betriebsrat fordert deshalb vom Infineon-Vorstand, die Schließung des Werks zurückzunehmen. Die IG Metall will Ende des Monats über mögliche Zugeständnisse der Mitarbeiter beraten.Eine Infineon-Sprecherin erklärte, dass die Studie geprüft werde. Derzeit könne man keine Bewertung der Vorschläge vornehmen. Nach IG-Metall-Angaben hat ein Vertreter der Geschäftsleitung aber bereits angedeutet, dass ihm "jede Fantasie fehle, wie das gehen soll".

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