Infineon macht Chipfertigung in München dicht

- München - Der Chipkonzern Infineon macht seine Produktion am Heimatsitz in München dicht. Die Fertigung soll bis Anfang 2007 geschlossen werden. Betroffen sind nach Unternehmensangaben 800 Mitarbeiter. "Betriebsbedingte Kündigungen können aus heutiger Sicht nicht vermieden werden", sagte ein Infineon-Sprecher am Mittwoch in München. Der Konzern bemühe sich aber um sozialverträgliche Lösungen. Ein Teil der Produktion soll an andere Standorte verlagert werden. Die IG Metall kritisierte die Entscheidung heftig.

<P>Zur Begründung verwies der Konzern auf veraltete Produktionstechnologien an dem Standort München-Perlach. Zudem sei die Nachfrage nach den dort gefertigten Spezial-Chips für die Telekommunikation und die Autoindustrie gesunken. "Eine weitere Nutzung der Produktionskapazitäten ist wirtschaftlich und technisch nicht sinnvoll."<BR><BR>Die IG Metall sprach sogar von rund 1000 betroffenen Mitarbeitern, darunter ein Großteil Frauen. "Für die Mitarbeiter wird es schwierig werden, eine neue passende Stelle zu finden, wenn Infineon die Produktion einstellt." <BR><BR>In den vergangenen Jahren seien die Investitionen in München-Perlach systematisch heruntergefahren worden, kritisierte die Gewerkschaft. Teilbereiche und Zukunftstechnologien mit Potenzial habe der Konzern verkauft oder eingestellt. "Für die Entscheidung des Unternehmens spielten Arbeitsbedingungen und das deutsche Lohnniveau keine Rolle." Das Unternehmen müsse weitere Beschäftigungsmöglichkeiten am Standort ernsthaft und gründlich prüfen und dabei betriebsbedingte Kündigungen möglichst vermeiden, forderte die Gewerkschaft.<BR><BR>Der zukunftsfähige Teil der Produktion soll nach Unternehmensangaben größtenteils nach Regensburg verlagert werden, teilweise auch ins österreichische Villach. "Infineon prüft die Möglichkeit der Weiterbeschäftigung", hieß es zur Zukunft der 800 Arbeitsplätze. Die Gespräche mit dem Betriebsrat hätten bereits begonnen. Infineon hat in den vergangenen Jahren bereits tausende von Arbeitsplätzen abgebaut.</P>

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