Infineon: In Portugal wird getestet, was in Dresden gebaut wurde

- Porto/München - Während es immer mehr deutsche Unternehmen in den Osten zieht, baut der Münchner Hightech-Konzern Infineon auch auf den äußersten Westen in Europa, auf Portugal. Für 230 Millionen Euro wird die Kapazität des Chip-Werks in Porto verdoppelt. Dort werden Speicherchips, die unter anderem in Dresden produziert werden, montiert und getestet.

<P>Über die 500 Arbeitsplätze, die bis Mitte 2006 entstehen sollen, kann sich vor allem Portugals Ministerpräsident José Manuel Durão Barroso freuen, der heute zur Einweihung des neuen Moduls kommt. Aber auch für die deutschen Beschäftigten des Konzerns könnte die Investition etwas Positives bedeuten: Infineon will sich nicht von dem Geschäft mit Speicherchips verabschieden.<BR><BR>Der Markt für so genannte D-Rams ist schwierig, weil er starken Zyklen unterliegt. Die weltweiten Umsätze mit den Speichern sollen von zuletzt rund 18 Milliarden Dollar pro Jahr bis 2005 auf fast 30 Milliarden hochschnellen. 2006 wird dann ein Einbruch auf etwa 20 Milliarden erwartet, ehe der Markt wieder wächst. Es hielten sich hartnäckig Gerüchte, dass Infineon dieses zapplige Geschäft loswerden wolle. </P><P>Diese erhielten gestern Nahrung durch die Meldung, dass das Unternehmen eine Tochtergesellschaft "Invot" gegründet hat, die sich laut Handelsregister mit Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Bauelementen, Systemen und Software beschäftigen soll. Mancher sah darin Vorbereitungen für einen Konzernumbau - etwa durch eine Abspaltung des Speichergeschäfts. </P><P>Dem widersprach das Unternehmen. "Das Speichergeschäft zählt zu unserem Kerngeschäft", sagte Michael Majerus, Finanzchef der Speicher-Sparte von Infineon. Bei Invot handele es sich um eine reine Vorratsgesellschaft. "Es ist eine normale Sache, solche Gesellschaften zu gründen, um Flexibilität zu haben. Es sind leere Unternehmenshüllen, die man für viele Dinge nutzen kann." <BR><BR>Stattdessen will sich Infineon durch Wachstum in dem schwierigen Markt behaupten. Dazu passt die Kapazitätserweiterung in Porto. Für den Standort an der Atlantikküste sprächen Synergieeffekte, gut qualifizierte Mitarbeiter und die "starke Unterstützung der Regierung", wie Majerus sagte. Mit mehr als 60 Millionen Euro Subventionen will Portugal das Vorhaben seines zweitgrößten ausländischen Investors (nach VW) belohnen. Mit einer Genehmigung durch die EU werde gerechnet, hieß es in Porto. </P>

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