Infineon trennt sich von Finanzvorstand Günther

München - Nach nur drei Monaten im Amt muss Infineon- Finanzvorstand Rüdiger Günther gehen. In einer Aufsichtsratssitzung wurde dem 49-Jährigen eine Trennung nahe gelegt. Es müssten noch die Modalitäten der Vertragsauflösung geklärt werden, hieß es nach der Sitzung in Branchenkreisen. Eine weitere Zusammenarbeit sei aber nicht mehr vorstellbar.

Nach Einschätzung in Günthers Umfeld will sich dieser dem Druck nicht beugen und nicht von sich aus gehen. Im Umfeld des Unternehmens wurde auf den autoritären Führungsstil Günthers verwiesen. Zudem habe sich gezeigt, dass die Halbleiterbranche eigene Gesetze habe. Günther war zuletzt Chef des Landmaschinen-Herstellers Claas.

In Branchenkreisen wurde auch spekuliert, Günther sei bei dem Versuch, dunkle Ecken des Konzerns auszuleuchten, auf Widerstände gestoßen. "manager-magazin.de" berichtete, offenbar habe der Finanzmanager versucht, frühere Bilanzierungspraktiken bei Infineon gründlicher aufzuarbeiten, als dies manchen im Konzern lieb war. Dies betreffe etwa den Bau des neuen Infineon-Hauptquartiers Campeon in Neubiberg bei München. Ein Unternehmens-Sprecher wollte die Spekulationen nicht kommentieren.

Nachfolger Günthers soll nun wieder ein Interner werden. Mit dem externen Kandidaten habe man ja keine guten Erfahrungen gemacht, hieß es im Umfeld des Unternehmens. Der neue Finanzvorstand solle Branche und Unternehmen kennen.

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