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Der angeschlagene Münchner Chiphersteller Infineon erwartet einen Umsatzrückgang von mehr als 20 Prozent.

Infineon verzeichnet Verluste und Absatzrückgang 

München - Infineon hat seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Der angeschlagene Münchner Chiphersteller erwartet jetzt einen Umsatzrückgang von mehr als 20 Prozent.

Bislang lag die Prognose bei mehr als minus 15 Prozent. Im zweiten Geschäftsquartal, das am 31. März endete, machte der Konzern 258 Millionen Euro Verlust nach einem Minus von 404 Millionen im Vorquartal und musste einen Umsatzrückgang von 10 Prozent auf 747 Millionen Euro hinnehmen. Damit sei die Talsohle hoffentlich erreicht, sagte Infineon-Chef Peter Bauer.

Für das laufende dritte Geschäftsquartal erwartet er einen Umsatzanstieg um 10 Prozent zum zweiten Quartal. Im März habe sich das Blatt bei den Auftragseingängen gewendet. Inzwischen zeigten alle Segmente eine Erholung. Nach Erfolgen im Geschäft mit Handyherstellern werde vor allem die drahtlose Kommunikation anziehen. Auch beim “Segmentergebnis“, das in etwa dem operativen Ergebnis des Konzerns entspricht, erwartet Bauer eine Verbesserung. Es werde aber negativ bleiben. Im abgelaufenen Quartal hatte Infineon hier ein Minus von 110 Millionen Euro eingefahren.

Keine weiteren Kosten durch Qimonda erwartet

Das Konzernergebnis wurde erneut durch Abschreibungen von rund 100 Millionen Euro für die insolvente Tochter Qimonda gedrückt, die aber geringer ausfielen als zuletzt. Infineon erwartet daraus keine weiteren Kosten mehr. Zur Finanzierung des Konzerns wollte sich Bauer nicht äußern, sagte aber, man arbeite mit Hochdruck an einer Lösung.

Im kommenden Jahr stehen Anleihen mit Nominalwerten von mehr als 600 Millionen Euro zur Rückzahlung an. Zuletzt hatte es immer wieder Berichte über Probleme bei der Refinanzierung gegeben. Bauer verwies darauf, dass Infineon über eine Bruttocashposition von 665 Millionen Euro verfüge. Es gebe deswegen kein Zweifel an der Überlebensfähigkeit des Unternehmens.

Um den Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu trotzen, hat sich Infineon ein striktes Management seiner Kosten verordnet. So wurden die Investitionen deutlich zurückgefahren. Zudem praktiziert der Konzern bereits flächendeckende Kurzarbeit an seinen deutschen Standorten und schickt Mitarbeiter in unbezahlten Urlaub.

AP

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