Infineon-Affäre: Neuer Speicher-Chef

- München - In der Schmiergeld-Affäre bei Infineon ist für die Führung der wichtigen Speicher-Sparte ein Nachfolger für den zurückgetretenen Vorstand Andreas von Zitzewitz gefunden. Kin Wah Loh übernehme die Verantwortung für das Speichergeschäft, teilte Infineon am Donnerstag nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Der 50-jährige Malaysier war bisher im Vorstand für die deutliche kleinere Kommunikationssparte verantwortlich. Zitzewitz war wegen Korruptionsvorwürfen zurückgetreten. Er hat nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft 250 000 Euro Schmiergeld angenommen. Der Aufsichtsrat gab dem in die Kritik geratenen Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley Rückendeckung.

"Kin Wah Loh kennt nicht nur das Unternehmen und die Herausforderungen im Halbleitermarkt seit vielen Jahren, er hat mit großer Energie und Konsequenz seit seinem Eintritt in den Vorstand erfolgreich die Sanierung des Geschäftsbereichs Kommunikation vorangetrieben", sagte Infineon-Chef Wolfgang Ziebart. Loh arbeitete seit 1978 für Siemens und seit der Ausgliederung der Halbleitersparte für die Infineon Technologies AG. Vorstandsmitglied wurde er Ende 2004. Die Kommunikationssparte wird künftig von Hermann Eul geleitet, der stellvertretendes Vorstandsmitglied wird.

Nach mehrstündiger Diskussion stellte sich der Aufsichtsrat hinter Kley und den Präsidialausschuss, der die Vorwürfe gegen Zitzewitz mehrmals geprüft hatte. Der Aufsichtsrat sei der Überzeugung, dass die Schmiergeldvorwürfe umgehend und ordnungsgemäß untersucht worden seien. Kley hatte vor mehr als einem Jahr von den Vorwürfen gegen Zitzewitz erfahren, nach einer ergebnislosen Suche nach Belegen aber nicht die Behörden eingeschaltet. Infineon will nun seine internen Prüf- und Kontrollsysteme von der Beratungsfirma Ernst & Young unter die Lupe nehmen lassen.

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