Infineon-Aufsichtsrat Kley gerät in Schmiergeld-Affäre in Defensive

- München - In der Korruptionsaffäre beim Münchner Chip-Hersteller Infineon gerät Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley immer mehr in die Defensive. Das Unternehmen verteidigte sein Vorgehen in der Schmiergeldaffäre um den zurückgetretenen Vorstandsmitglied Andreas von Zitzewitz, obwohl dem Aufsichtsrat bereits im März 2004 Hinweise auf mögliche Korruption vorlagen. Der damals geschasste Vorstandschef Ulrich Schumacher warf Kley falsche Behauptungen vor.

Infineon legte eine Chronik der Ereignisse vor. Demnach hatte Schumacher einen Tag vor seiner Amtsniederlegung im Frühjahr vergangenen Jahres persönlich Kley über den Korruptionsverdacht gegen Zitzewitz informiert. Schuhmacher legte dazu eine "eidesstattliche Versicherung" des Schweizer Sportmarketing-Unternehmers Ralf-Udo Schneider vor. Schneider habe darin angegeben, Zitzewitz so genannte "Kick Backs" - illegale Rückvergütungen - aus Sponsorengeldern aus dem Infineon-Etat gezahlt zu haben. Kley habe daraufhin sofort Zitzewitz zu einer Stellungnahme aufgefordert. Zitzewitz habe die Vorwürfe bestritten. Kley habe daraufhin den Unternehmens-Justiziar eingeschaltet, der wiederum einen externen Anwalt beauftragte: "Beide kamen zu dem Ergebnis, dass keine Anhaltspunkte, geschweige denn Belege für ein Fehlverhalten von Dr. von Zitzewitz vorlagen", heißt es. Schumacher war in die Zahlungen nicht verwickelt, hat Schneider nun der "Zeit" gesagt: "Das waren Dinge, die habe ich mit Zitzewitz alleine abgewickelt."Dietrich Kley erklärte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", er habe schon lange vor dem Rausschmiss des Vorstandsvorsitzenden Schumacher im vergangenen Jahr nach einem Nachfolger gesucht. Ihm seien schon einige Monate nach seinem Amtsantritt als Aufsichtsratschef im Juli 2002 Zweifel an Schumacher gekommen. "Damals schon klagte er auch über Schlafstörungen und erklärte, dass er nur drei bis vier Stunden täglich schlafe." Angesichts der hohen Arbeitsbelastung eines Vorstandsvorsitzenden habe er sich Sorgen gemacht.

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