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Inflation steigt im August sprunghaft an – Ende des Preisauftriebs noch nicht in Sicht

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Die Inflation ist im August in Deutschland überraschend deutlich gestiegen. Volkswirte halten in den kommenden Monaten sogar zweistellige Teuerungsraten für möglich.

Wiesbaden – Die Inflation in Deutschland ist im August wieder sprunghaft gestiegen. Die Verbraucherpreise lagen um 7,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag anhand vorläufiger Daten mitteilte. Zuvor war die jährliche Teuerungsrate zwei Monate in Folge gesunken.

Inflationsraten auf dem derzeitigen Niveau gab es im wiedervereinigten Deutschland noch nie. In den alten Bundesländern muss man in der Zeitreihe bis in den Winter 1973/1974 während der Ölkrise zurückgehen, um ähnlich hohe Werte zu finden. Seit Monaten sind Energie und Lebensmittel die größten Preistreiber. Der russische Angriff auf die Ukraine sowie Lieferengpässe haben die bereits angespannte Lage verschärft.

Höhere Teuerungsraten schmälern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern, weil sich diese für einen Euro weniger leisten können. Studien zufolge sind einkommensschwache Haushalte überdurchschnittlich stark von hoher Inflation betroffen.

Nach Ende von Tankrabatt und Neun-Euro-Ticket könnte Inflation wieder ansteigen

Die Inflation ist in den vergangenen Monaten leicht gesunken: Im Juli 2022 lagen die Verbraucherpreise in Deutschland nach Berechnungen der Wiesbadener Statistiker um 7,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Juni hatte die Jahresteuerungsrate 7,6 Prozent betragen, im Mai waren es sogar 7,9 Prozent.

Laut Experten haben die Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung wie der Tankrabatt und das Neun-Euro-Ticket einen wichtigen Teil dazu beigetragen, die Inflation zu dämpfen. Nach dem Auslaufen dieser beiden Maßnahmen Ende August dürfte die Inflationsrate nach Einschätzung von Ökonomen jedoch wieder spürbar ansteigen.

Bundesbank erwartet im Herbst Inflationsrate von etwa zehn Prozent

Die Bundesbank hält es für möglich, dass die deutsche Inflationsrate gemessen am sogenannten harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) im Herbst „eine Größenordnung von zehn Prozent“ erreichen wird. Im Juli lag der HVPI, den die Europäische Zentralbank (EZB) für ihre Geldpolitik heranzieht, für Deutschland bei 8,5 Prozent. Die EZB strebt für den gemeinsamen Währungsraum ein stabiles Preisniveau bei einer jährlichen Teuerungsrate von zwei Prozent an. (lma/dpa)

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