Inflation stabil: Aber bald droht negativer Trend

Frankfurt/Main - Die Inflation in Deutschland hat im Oktober eine Verschnaufpause eingelegt: Die Jahresteuerung verharrte bei 2,0 Prozent. Fachleute glauben jedoch, dass sich die Entwicklung bald verschärft.

Im Vergleich zum September blieben die Verbraucherpreise unverändert, wie das Statistische Bundesamt am Montag anhand vorläufiger Zahlen in Wiesbaden mitteilte. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht ein stabiles Preisniveau bei einer Jahresteuerung von knapp unter 2 Prozent.

Ökonomen rechnen für die kommenden Monate mit einer leicht anziehenden Preissteigerung. „Die deutsche Inflation wird voraussichtlich langsam zum oberen Ende der Inflationsraten in der Eurozone kriechen“, kommentierte die Berenberg Bank die neuesten Zahlen. Niedrige Arbeitslosigkeit und eine stabile Binnennachfrage dürften demnach weitere Lohnerhöhungen nach sich ziehen - und damit auch steigende Preise. Nach Zahlen der Statistiker vom Montag hatten die tariflichen Monatsverdienste in Deutschland schon im Juli im Schnitt 3,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen.

Die Postbank rechnet hingegen damit, dass sich die Rate in den nächsten Monaten bei 2,0 Prozent einpendeln wird. Vor allem der jüngste Preisrückgang beim Sprit hat nach Einschätzung der Experten eine höhere Inflation im Oktober verhindert.

Nach Meldungen aus den Bundesländern sanken die Preise an den Zapfsäulen im Oktober leicht. In Nordrhein-Westfalen kostete Sprit 5,4 Prozent weniger als im Vormonat September. Auf Jahressicht verteuerten sich Kraftstoffe aber immer noch um 3,7 Prozent.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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