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Inflation: „100 Euro“ – Jobcenter-Chef fordert Nachbesserung für Hartz-IV-Bezieher

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Von: Lisa Mayerhofer

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Fast leere Geldbörse.
Berechnungen des Paritätischen Gesamtverbandes zufolge ist der Hartz-IV-Regelsatz eindeutig zu niedrig. © Niehoff/Imago Images

Die steigenden Preise setzen Hartz-IV-Empfänger stark unter Druck. Die Forderungen nach einer Erhöhung der Leistungen werden immer lauter. Auch ein Jobcenter-Geschäftsführer meldete sich zu Wort.

Berlin – Vor dem Koalitionsausschuss am Mittwochabend gibt es vielstimmige Forderungen nach weiteren Entlastungen von Bürgern und Firmen. Es wird erwartet, dass die stark gestiegenen Energiepreise und die hohe Inflation ein zentrales Thema des Koalitionsausschusses sein werden – konkrete Beschlüsse soll es aber nicht geben.

Hartz IV – Jobcenter-Chef: „Das ist für die Menschen nicht mehr zu stemmen“

Sozialverbände schlagen schon länger Alarm, dass die steigenden Energie- und Lebensmittelpreise vor allem Menschen mit geringem Einkommen stark unter Druck setzen und sie sogar in Existenznöte bringen. Sie fordern eine Erhöhung der Hartz-IV-Leistungen. Auch der Sprecher des Bundesnetzwerks der Jobcenter, Stefan Graaf, setzt sich für eine Anpassung der Leistungen für Hartz-IV-Empfänger ein.

Der Geschäftsführer der Jobcenter Städteregion Aachen sagte gegenüber Report Mainz: „Das ist für die Menschen einfach nicht mehr zu stemmen. Da sehen wir sehr viel Verzweiflung, sehr viel Not, sehr viel Elend. Über den dicken Daumen, glaube ich, brauchen die Menschen so circa 100 Euro mehr.“ Wenn er sich die aktuellen Preissteigerungen ansehe, dann sollte die Anpassung der Leistungen möglichst schnell passieren, findet der Geschäftsführer.

DGB-Chefin fordert Zuschlag zu den Hartz-IV-Regelsätzen

Mit seiner Forderung ist er nicht allein: Auch die DGB-Chefin Yasmin Fahimi forderte im Vorfeld des Koalitionsausschusses am Mittwoch einen Aufschlag auf Hartz IV: „Angesichts der weiter steigenden Preise und der Unsicherheiten bei der Gasversorgung braucht es unbedingt ein weiteres Entlastungspaket für die Bürgerinnen und Bürger“, sagte Fahimi den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

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„In einer solchen Zeit der Krisen kann es nicht allein der Lohnpolitik aufgebürdet werden, Kaufkraftverluste zu verhindern und soziale Härten abzufedern“, mahnte die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). In ihren Augen sei auch ein „laufender, monatlicher Zuschlag zu den Hartz-IV-Regelsätzen notwendig“, sagte Fahimi.

Immerhin: Im Juli kommt für Hartz-IV-Empfänger der Corona-Bonus in Form einer Einmalzahlung von 200 Euro. Der Bonus soll die Mehrausgaben durch die gestiegenen Preise abfedern. Wann die nächste regelmäßige Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes kommt und wie hoch sie ausfallen wird, ist allerdings noch nicht bekannt. (dpa/lma)

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