Inflation: Höchster Stand seit Oktober 2008

Wiesbaden - Die hohen Energiepreise haben die Inflationsrate im Januar auf 2,0 Prozent getrieben. Dies ist der höchste Stand seit Oktober 2008. Das sind die Gründe.

Verantwortlich für den Anstieg waren vor allem die starken Preiserhöhungen bei Heizöl und Kraftstoffen sowie bei Obst und Gemüse. Im Dezember hatte die Jahresteuerung noch bei 1,7 Prozent gelegen. Vor allem beim Tanken mussten die Verbraucher deutlich mehr zahlen als ein Jahr zuvor (plus 9,9 Prozent). Haushaltsenergie war 7,8 Prozent teurer. Den stärksten Preisanstieg ermittelten die Statistiker bei leichtem Heizöl: Hier war es ein Aufschlag um 25,5 Prozent. Beim Strom schlugen sich die Preiserhöhungen zum Jahresbeginn nieder: Gegenüber dem Vormonat stiegen die Strompreise um 5,0 Prozent, im Vorjahresvergleich um 7,2 Prozent.

Ohne Energie hätte die Januar-Inflationsrate bei lediglich 1,1 Prozent gelegen, betonten die Statistiker. Im Vergleich zum Vormonat Dezember sank der Verbraucherpreisindex im Januar um 0,4 Prozent, der Rückgang fiel damit schwächer aus als im Vorjahr. Erheblich teurer waren im Januar Gemüse (plus 8,0 Prozent) und Obst (plus 6,3 Prozent). Fleisch und Fleischwaren verteuerten sich um 1,0 Prozent. Deutlich üppigere Aufschläge gab es bei Fruchtsäften (plus 9,0 Prozent) und Kaffee (plus 6,0 Prozent). Insgesamt erhöhten sich die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke um 2,8 Prozent. Niedrigere Preise registrierten die Statistiker im Nachweihnachts- Monat bei Foto- und Filmausrüstungen (minus 7,7 Prozent), bei Unterhaltungselektronik (minus 5,5 Prozent) und Geräten für Informationsverarbeitung (minus 5,4 Prozent). Mit dem Anstieg um 2,0 Prozent liegt die Inflation in Deutschland knapp über dem Zielkorridor der Europäischen Zentralbank (EZB), die eine jährliche Teuerung von knapp unter zwei Prozent anstrebt.

Für die kommenden Monate rechnen die Experten mit noch höheren Verbraucherpreisen - insbesondere wegen der weltweit steigenden Rohstoffpreise. Ein Ausufern der Inflation erwarten Volkswirte derzeit aber nicht. Die Preise für Großhandels-Waren erreichten im Januar das Rekordniveau aus der Zeit unmittelbar vor der Finanz- und Wirtschaftskrise: Nach einer erneuten Monatssteigerung um 1,2 Prozent erreichte der Index im Januar den Stand von Juli 2008, wie das Bundesamt mitteilte. Die Statistiker stellten damit den höchsten jemals gemessenen Wert für den Preisindex fest. Die Entwicklung im Großhandel gilt als Indikator für die weitere Entwicklung der Verbraucherpreise. Besonders teuer waren auf der Großhandelsebene Getreide, Saatgut und Futtermittel, für die 71,2 Prozent mehr gezahlt werden mussten als ein Jahr zuvor. Weitere Preistreiber waren Obst, Gemüse und Kartoffeln (14,8 Prozent) sowie feste Brennstoffe, Mineralölerzeugnisse, Erze und Metalle.

dpa

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