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Preisdämpfend wirkt nach wie vor die Energie. Foto: Ingo Wagner

Inflation in Deutschland steigt nur langsam

Noch ist Tanken und Heizen für die Verbraucher in Deutschland vergleichsweise günstig. Doch die Verbraucherpreise ziehen auf niedrigem Niveau wieder etwas an. Währungshüter hätten gerne noch etwas mehr Inflation.

Wiesbaden (dpa) - Deutschlands Verbraucher müssen sich auf leicht steigende Preise einstellen. Im Juni lagen die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Damit zogen sie im zweiten Monat in Folge etwas an, im Mai hatte es ein Plus von 0,1 Prozent gegeben. Das Statistische Bundesamt bestätigte mit diesen Zahlen seine erste Schätzung von Ende Juni. Eine höhere Teuerungsrate hatten die Wiesbadener Statistiker im laufenden Jahr nur im Januar mit 0,5 Prozent ermittelt. Von Mai auf Juni 2016 erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent.

Preisdämpfend wirkt nach wie vor Energie, die deutlich günstiger ist als ein Jahr zuvor. Allerdings schwächte sich dieser Effekt etwas ab. Für Tanken und Heizen mussten Verbraucher in diesem Juni insgesamt 6,4 Prozent weniger zahlen als im Juni 2015. Im Mai hatte das Preisniveau für Energie sogar noch um 7,9 Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen. Günstiger als vor Jahresfrist waren im Juni vor allem Heizöl (minus 19 Prozent) und Kraftstoffe (minus 9,4 Prozent), aber auch Fernwärme (minus 9,1 Prozent) und Gas (minus 2,8 Prozent). Nur Strom verteuerte sich (plus 0,9 Prozent). Die Preise für Nahrungsmittel änderten sich im Schnitt kaum.

Würde man die Energie herausrechnen, ergäbe sich für Juni eine Inflationsrate von 1,1 Prozent. Doch auch eine solche Rate wäre noch weit entfernt von dem, was Währungshüter für ein stabiles Preisniveau halten: Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise gelten als Risiko für die Konjunktur. Unternehmen und Verbraucher könnten Anschaffungen aufschieben, weil sie erwarten, dass es noch billiger wird. Um die Inflation anzuheizen, flutet die EZB die Märkte mit billigem Geld.

Der nach europäischer Methode und für die Geldpolitik der EZB maßgebliche Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland legte im Juni auf Jahressicht um 0,2 Prozent zu. Zum Vormonat erhöhte er sich um 0,1 Prozent. Auch hier bestätigte das Bundesamt seine erste Schätzung. Viele Volkswirte rechnen damit, dass die Inflation in den nächsten Monaten weiter zulegen wird, weil die Rohölpreise tendenziell anziehen. In der Folge werden die Energiepreise die Teuerungsrate immer weniger nach unten drücken.

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