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IW-Studie: Für ein Magnum-Eis müssen Verbraucher jetzt länger arbeiten

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Von: Lisa Mayerhofer

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Eis am Stiel
Ein Speiseeis kostet die Deutschen durchschnittlich knapp fünf Minuten Arbeit. © Rainer Jensen/dpa

Die Menschen in Deutschland können sich heutzutage für eine Stunde Arbeit mehr Produkte leisten als noch vor 30 Jahren. Doch die Inflation schwächt nun die Kaufkraft – auch bei beliebten Eismarken.

Köln/Berlin – Die Menschen in Deutschland müssen vielfach weniger lang arbeiten als vor 30 Jahren, um dieselben Produkte und Dienstleistungen bezahlen zu können. Das ergaben Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Für eine Stunde Arbeit konnten sich die Menschen im Juni 2022 im Durchschnitt demnach einen Kinobesuch, 500 Gramm Bohnenkaffee, eine Briefmarke für einen Standardbrief, ein Kilogramm Mischbrot und eine Flasche Bier leisten. 1991 mussten die Menschen dafür noch sieben Minuten länger arbeiten.

Eisliebhaber müssen für ein Magnum 2022 länger arbeiten als noch 2020

Im Vergleich zu 2020 ist die sogenannte Kaufkraft pro Lohnminute für diese Produkte insgesamt allerdings gesunken: Vor zwei Jahren mussten die Menschen dafür im Schnitt lediglich 56 Minuten arbeiten. Die Berechnungen des IW basieren auf den Preisentwicklungen für Produkte und Dienstleistungen sowie auf dem Nettoverdienst der Deutschen pro Stunde. „Seit der deutschen Einheit bis 2021 ist die Kaufkraft pro Lohnminute um 27 Prozent gestiegen“, sagte Christoph Schröder vom IW. „Und jetzt haben wir natürlich schon Verluste durch die hohe Inflationsrate.“

Die Forscher haben unter diesen Gesichtspunkten auch die Entwicklungen bei den beliebten Eisklassikern analysiert. Wie lange muss man arbeiten, um sich ein Magnum- oder Capri-Eis leisten zu können? Dafür haben die Forscher mit dem durchschnittlichen Nettoverdienst pro Stunde, der Inflation sowie den Preisentwicklungen bei den Eismarken kalkuliert. Die Marken Magnum und Nogger haben sich nämlich in den vergangenen Jahren verteuert.

Zusammen mit der Inflation sorgt das dafür, dass ein Eisliebhaber 2020 für ein Magnum sechs Minuten und 48 Sekunden lang arbeiten musste, während er 2022 trotz der gestiegenen Löhne schon sieben Minuten und 17 Sekunden aufbringen muss. Nur bei den Sorten Domino, Capri und Cornetto ist es umgekehrt: Für die beiden Erstgenannten waren vor zwei Jahren noch drei Minuten und fünf Sekunden Arbeit notwendig – heute sind es nur noch zwei Minuten und 55 Sekunden. Damit sind Domino und Capri von allen untersuchten Eisklassikern prozentual am stärksten im Preis gesunken. Etwas schwächer fällt der Preis beim Cornetto – hier muss anstelle von vier Minuten und 57 Sekunden noch vier Minuten und 40 Sekunden gearbeitet werden. 

Inflation im Juli bei 7,5 Prozent – Kaufkraft sinkt

Insgesamt betrachtet schwächt die Inflation die Kaufkraft der Menschen: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Mittwoch (10. August) lag die Jahresteuerungsrate im Juli bei 7,5 Prozent. Im Juni waren die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat noch um 7,6 Prozent gestiegen. Vor allem Preissprünge bei Energie infolge des Ukraine-Krieges und steigende Lebensmittelpreise heizen die Inflation in Deutschland seit geraumer Zeit an.

„Bei den Lebensmitteln gibt es auch Sonderfaktoren, wenn es mal schlechte Ernten gab zum Beispiel“, sagte Schröder. „Aktuell sehen wir da aber natürlich hohe Preisanstiege.“ Laut Berechnungen des IW mussten die Menschen beispielsweise für 2,5 Kilogramm Speisekartoffeln im Juni 2022 drei Minuten länger arbeiten als 1991. Erst nach 13 Minuten auf der Arbeit waren die Kartoffeln verdient.

Auch ein Friseurbesuch zum Haarewaschen und -föhnen für Frauen ist teurer geworden. Eine Stunde und 11 Minuten müssen die Deutschen dafür arbeiten – zwölf Minuten länger als 1991. „Wer eher viele Dienstleistungen in Anspruch nimmt, für den ist das Leben nicht so viel günstiger geworden wie für andere Leute“, bestätigte Schröder. Dafür immerhin müssten die Menschen für ein Fernsehgerät deutlich weniger Arbeitszeit aufwenden. Waren es vor rund 30 Jahren noch 79 Stunden und vier Minuten, so war der Fernseher dieses Jahr nach nur 17 Stunden und 58 Minuten verdient. (lma/dpa)

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