Inflation auf niedrigstem Stand seit zweieinhalb Jahren

- Wiesbaden - Die Teuerung in Deutschland ist im September dank rückläufiger Heizöl- und Benzinpreise auf den niedrigsten Stand seit zweieinhalb Jahren gesunken. Die jährliche Inflationsrate betrug im September 1,0 Prozent und war damit so niedrig wie seit Februar 2004 nicht mehr.

Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Das Amt bestätigte damit seine erste Schätzung nach Daten aus sechs Bundesländern. Im August hatte die Teuerung noch 1,7 Prozent, im Juli 1,9 Prozent betragen. Zum Vormonat sank das Preisniveau um 0,4 Prozent. Die Europäische Zentralbank sieht Preisstabilität bei Werten knapp unter 2,0 Prozent erreicht.

Die Entspannung an den internationalen Ölmärkten ist laut Statistikern die Hauptursache für den Rückgang. So wurden im Jahresvergleich leichtes Heizöl um 2,4 Prozent billiger, Kraftstoffe um 7,3 Prozent. Vor einem Jahr hatten die Preise für Erdöl nach dem Wirbelsturm "Katrina" Rekordstände erreicht. Ohne Einberechnung von Mineralölprodukten hätte die Teuerungsrate im September mit 1,4 Prozent deutlich höher gelegen. Dagegen verteuerte sich Haushaltsenergie wie Strom, Zentralheizung und Gas weiter um bis zu 16 Prozent binnen Jahresfrist.

Dämpfend wirkten im September die Tabakpreise. Die letzte Tabaksteuererhöhung zum 1. September 2005 wirkte sich nach einem Jahr erstmals nicht mehr auf die Teuerungsrate in diesem September aus.

Preistreiber waren dagegen Lebensmittel und alkoholfreie Getränke, die im Jahresvergleich um drei Prozent teurer wurden. Besonders stark stiegen die Preise für Gemüse (plus 15 Prozent), darunter vor allem für Tomaten, Kartoffeln und Kopfsalat. Auch für Obst und Fische mussten Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. Apfelsaft und Orangensaft wurden um bis zu 10 Prozent teurer.

Im Vergleich zum Vormonat August sank das Preisniveau. Grund dafür waren Preissenkungen bei Obst (minus 1,5 Prozent), Pauschalreisen (minus 7,2 Prozent) und Hotelübernachtungen (minus 9,7 Prozent). Auch leichtes Heizöl und Kraftstoffe wurden billiger. Wegen der neuen Herbst-Winterkollektion mussten Käufer dagegen für Kleider und Schuhe mehr zahlen (plus 3,8 Prozent).

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