inflation bei 2,8 Prozent: Die Kaufkraft schwindet dahin

München - Die Ausgaben für Energie und Nahrungsmittel haben auch im Februar große Löcher in die Haushaltskassen der Bundesbürger gerissen. Dabei schwindet die Kaufkraft eines durchschnittlichen Haushaltes bereits seit drei Jahren dahin.

Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Verbraucherpreise um 2,8 Prozent und hielten die Teuerung damit auf hohem Niveau, wie das Statistische Bundesamt am Freitag berichtete. Die Inflationsrate lag im Februar den achten Monat in Folge über der Zwei-Prozent-Marke. In der Eurozone stieg sie gar auf den Rekordwert von 3,3 Prozent nach 3,2 Prozent im Januar.

Wegen der hohen Teuerungsraten ist die Kaufkraft eines Durchschnittshaushaltes in den vergangenen drei Jahren nach einem Bericht der Bundesregierung stark gesunken. Im Jahr 2004 konnte sich eine Familie mit zwei Kindern noch 0,4 Prozent mehr für ihr Geld leisten als ein Jahr zuvor. In den beiden Folgejahren sank die Kaufkraft um je 1,1 Prozent und 2007 um 1,3 Prozent. Seit 2005 nahm das Nettoeinkommen auch lediger Durchschnittsverdiener ohne Kinder ab. Im Jahr 2007 war ihre Kaufkraft um 1,0 Prozent gesunken, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP.

Bei der Preisentwicklung im Februar machten sich hierzulande vor allem Kosten für Energie und Lebensmittel bemerkbar. Obwohl der Anteil der Energie an den Ausgaben der privaten Haushalte weniger als zehn Prozent betrage, lasse sich damit fast ein Drittel der gesamten Teuerung erklären. Auch die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke stiegen im Februar um 7,4 Prozent.

Im Jahresvergleich gingen bei den Energieprodukten vor allem die Preise für leichtes Heizöl (plus 32,9 Prozent) und für Kraftstoffe (plus 11,8 Prozent) nach oben. So verteuerte sich Diesel um 15,9 Prozent und Superbenzin um 9,9 Prozent. Auch für Strom mussten die Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. Die Preise stiegen mit 7,1 Prozent stärker als die Verbraucherpreise insgesamt. Günstiger war dagegen Gas (minus 1,4 Prozent). Ohne Berücksichtigung der Preise für Mineralölprodukte hätte die Inflationsrate bei 2,3 Prozent gelegen.

Bei den Nahrungsmitteln gehörten Molkereiprodukte und Eier zu den Preistreibern. Deren Preise gingen um 23,7 Prozent gegenüber Februar 2007 in die Höhe. Auch für Obst (plus 9,6 Prozent) sowie für Brot und Getreideerzeugnisse (plus 8,3 Prozent) mussten die Verbraucher mehr Geld auf den Ladentisch legen als vor zwölf Monaten. Bei alkoholfreien Getränken waren Mineralwasser, Säfte und Limonade (plus 6,3 Prozent) ebenfalls teurer. Billiger wurde Gemüse (minus 1,7 Prozent).

Auch Kaffee wurde deutlich teurer. "In den vergangenen Monaten haben wir Preisaufschläge von etwa 30 bis 40 Cent je Pfund gesehen", sagte der Geschäftsführer des deutschen Kaffeeverbandes, Holger Preibisch. Ein Pfund Röstkaffee kostete im Januar in Deutschland im Schnitt 3,92 Euro.

Auf die Verbraucherpreise wirkt sich seit April 2007 auch die Einführung von Studiengebühren in einigen Bundesländern aus. Im Bereich Bildungswesen verzeichneten die Statistiker im Februar ein Plus von 34,9 Prozent. Günstiger wurden erneut Telefon- und Faxgeräte (minus 19,0 Prozent), Geräte zur Informationsverarbeitung (minus 18,5 Prozent) sowie Foto- und Filmausrüstungen (minus 10,2 Prozent).

Gegenüber Januar 2008 legten die Verbraucherpreise im Februar um 0,5 Prozent zu. Dies sei den Statistikern zufolge auf saisonbedingte Preiserhöhungen bei Pauschalreisen (plus 8,6 Prozent) und Hotelübernachtungen (plus 4,1 Prozent) zurückzuführen.

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