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Angetrieben wurde die Teuerung im Juni vor allem von höheren Energiepreisen. Foto: Ole Spata

Höhere Energiepreise

Inflation den zweiten Monat in Folge über zwei Prozent

Verbraucher müssen vor allem für Energie und Lebensmittel tiefer in die Tasche greifen. Die Zeiten von Inflationsraten unter 2 Prozent sind vorerst vorbei. Das ist für Sparer bitter.

Wiesbaden (dpa) - Steigende Energiepreise haben die Inflation in Deutschland den zweiten Monat in Folge über die Marke von zwei Prozent getrieben. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im Juni binnen Jahresfrist um 2,1 Prozent.

Dies teilte das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mit. Im Mai hatte die Teuerungsrate bei 2,2 Prozent gelegen. In den Monaten Februar bis April hatte jeweils eine 1 vor dem Komma gestanden.

Angetrieben wurde die Teuerung im Juni vor allem von höheren Energiepreisen (plus 6,4 Prozent). Auch für Lebensmittel mussten die Verbraucher mehr zahlen als im Jahr zuvor (plus 3,4 Prozent). Binnen Monatsfrist legten die Verbraucherpreise im Juni insgesamt um 0,1 Prozent zu.

Den zweiten Monat in Folge eine Zwei vor dem Komma habe es zuletzt im Herbst 2012 gegeben, erklärte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Zwar trieben vor allem die Energiepreise die Inflation an. Mittlerweile stiegen aber auch die übrigen Preise mit solideren Raten: "Das ist Ausdruck einer gesunden Wirtschaftsentwicklung."

Für den Euroraum insgesamt strebt die Europäische Zentralbank (EZB) mittelfristig eine Teuerungsrate knapp unter 2,0 Prozent an. Dieser Wert gilt als Garant für stabile Preise, weil er weit genug entfernt ist von der Nullmarke. Denn sind Preise dauerhaft niedrig oder sinken gar auf breiter Front, könnte das Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Dies könnte dann das Wirtschaftswachstum bremsen.

Weil die Verbraucherpreise seit geraumer Zeit nach oben zeigen, hat die Notenbank in Aussicht gestellt, ihre umstrittenen Wertpapierkäufe zum Jahresende zu beenden. Die Zinsen im Euroraum sollen aber bis mindestens "über den Sommer" 2019 auf dem Rekordtief verharren.

Viele Sparer, die ihr Geld trotz mickriger Zinsen als Tages- oder Festgeld parken, verlieren wegen der tendenziell steigenden Inflation daher bares Geld. Nach Berechnung der Comdirect lag der Realzins - also der tatsächliche Zins für Spareinlagen nach Abzug der Teuerungsrate - im zweiten Quartal 2018 auf dem historischen Tiefstand von minus 1,8 Prozent.

Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres verloren Sparer in Deutschland demnach rund 17 Milliarden Euro oder 204 Euro pro Kopf. Seit 2010 habe jeder Deutsche im Schnitt 1117 Euro wegen Sparzinsen unterhalb der Inflationsrate verloren, rechnete die Commerzbank-Tochter vor. Kreditnehmer hingegen profitieren von dem Zinstief.

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