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Rekord-Inflationsrate in der Eurozone: 7,5 Prozent Teuerung im März

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Von: Patricia Huber

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Auf eine Europafahne fallen Ein-Euro-Münzen.
Die Inflationsrate in der Eurozone hat einen neuen Rekordwert erreicht. So hoch war sie noch nie. © Uli Deck/dpa

Die Inflationsrate in der Eurozone ist so hoch wie noch nie. Der Ukraine-Krieg treibt weiterhin die Preise.

Düsseldorf/Frankfurt - So stark wie in diesem Monat sind die Verbraucherpreise im Euro-Raum noch nie gestiegen. Wie das Statistikamt Eurostat mitteilt, ist die Inflationsrate* auf 7,5 Prozent gestiegen. Im Februar lag sie noch bei 5,9 Prozent. Der größte Preissprung wurde im Bereich Energie verzeichnet. Dicht gefolgt von den Bereichen Lebensmittel, Alkohol und Tabak. Seit der Einführung des Euros im Jahr 2002 gab es keine so hohe Teuerungsrate.

Inflation: Teuerung deutlich höher als erwartet

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten laut Handelsblatt-Angaben mit einer Inflationsrate von 6,6 Prozent gerechnet. Vor wenigen Tagen meldete das Statistische Bundesamt* für Deutschland eine Inflationsrate von 7,3 Prozent. Hier muss jedoch beachtet werden, dass sich deren Berechnung von der Eurostat-Berechnung unterscheidet.

Besonders der Ukraine-Krieg treibt jetzt nach den zwei schwierigen Corona*-Jahren die Preise an. Da Russland ein wichtiger Exporteur für Gas und Öl ist, steigen die Energiepreise. Außerdem sind die Ukraine und Russland große Getreide-Exportländer. Daher steigen auch die Kosten für Lebensmittel seit Beginn des Krieges immer weiter an.

Das setzt Europas Währungshüter unter Druck, nach Jahren der Billig-Geld-Flut die Zinswende einzuleiten. „Die Inflationsrate ist erneut erheblich höher ausgefallen als erwartet“, stellte Bundesbank-Präsident Joachim Nagel am Freitag fest. „Die Inflationsdaten sprechen eine deutliche Sprache. Die Geldpolitik darf nicht die Gelegenheit verpassen, rechtzeitig gegenzusteuern.“

EZB: Ziel-Inflationsrate rückt in weite Fern

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt bei der Inflation eigentlich einen Zielwert von etwa zwei Prozent an. Doch davon ist die Eurozone aktuell noch weit entfernt. Im März wurde daher von der EZB beschlossen, die Anleihenkäufe früher zu beenden. Dies wäre der erste Schritt in Richtung einer Zinserhöhung gewesen. Doch ob diese angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Lage in Folge des Krieges nun sinnvoll wäre, ist fraglich. Der EZB-Rat kommt am 14. April zu seiner nächsten Sitzung zusammen.

Bundesbank-Präsident Nagel, der im EZB-Rat über die Geldpolitik im Euroraum mitentscheidet, hatte wiederholt gemahnt, die hohe Inflation dürfe sich nicht verfestigen. „Sofern die Nettokäufe wie derzeit vorgesehen im dritten Quartal enden, eröffnet das die Möglichkeit, bei Bedarf die Leitzinsen noch in diesem Jahr anzuheben“, hatte Nagel vor knapp zwei Wochen gesagt. Derzeit müssen Geschäftsbanken für geparkte Gelder bei der EZB 0,5 Prozent Zinsen zahlen. Der Leitzins im Euroraum liegt auf dem Rekordtief von null Prozent. (ph/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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