Inflationsrate schwächt sich 2006 ab

- Wiesbaden - Die Inflation in Deutschland hat sich auf Grund der weniger stark gestiegenen Heizöl- und Benzinpreise 2006 erstmals seit drei Jahren wieder abgeschwächt. Die Preissteigerungsrate lag nach den ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamts bei 1,7 Prozent.

Im Vorjahr lag sie bei 2,0 Prozent. Die geringste Teuerung seit der Wiedervereinigung war im Jahr 1999 mit 0,6 Prozent erreicht worden. In den einzelnen Monaten 2006 schwankten die Werte wegen des Auf und Abs der Energiepreise zwischen 1,0 Prozent im September und 2,1 Prozent zu Beginn des Jahres - jeweils im Vergleich zum Vorjahresmonat. Zum Jahresende lag die Inflationsrate im Dezember bei 1,4 Prozent, gegenüber dem Vormonat ergab sich wegen höherer Saisonpreise für Pauschalreisen und Ferienwohnungen ein Plus von 0,8 Prozent.

Insgesamt verteuerten sich die Preise für Strom, Gas, Heizöl, Kraftstoffe und andere Energieträger in diesem Jahr um 8,5 Prozent (2005: 10,3 Prozent). Ihr Einfluss auf die Inflationsrate bleibt weiter hoch: Ohne diese Verteuerung hätte die Preissteigerung insgesamt nur 0,9 Prozent betragen. Etwas teurer wurden auch Nahrungsmittel, darunter vor allem einige Obst- und Gemüsesorten. Zum Teil zweistellige Preisrückgänge waren hingegen bei Unterhaltungselektronik und Computern zu verzeichnen.

Genaue Zahlen nennen die Statistiker erst bei der Bekanntgabe der endgültigen Teuerungsrate Mitte Januar, allerdings liegen aus einzelnen Bundesländern konkrete Daten bereits vor: So stiegen in Hessen die Heizölpreise 2006 um 9,9 Prozent und Kraftstoffe um 5,2 Prozent. Bei Gemüse lagen die Preise wegen schlechterer Ernten sogar um 12,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Fernseher und andere Elektronikgeräte wurden im Schnitt um 6,8 Prozent billiger.

Für die Europäische Zentralbank (EZB) bedeuten Teuerungsraten von knapp unter zwei Prozent - wie derzeit in Deutschland - "stabile Preise". In der gesamten Eurozone erwarten die Notenbanker für dieses Jahr eine Inflationsrate von 2,2 Prozent, für 2007 wird bereits wieder ein Wert von 2,0 Prozent vorausgesagt - allerdings mit einer großen Schwankungsbreite. Bundesbank-Präsident Axel Weber sagte der "Börsen-Zeitung", er sehe dennoch "aufwärts gerichtete Inflationsrisiken." Hintergrund dürfte die Gefahr erneut steigender Ölpreise sein. Einige Ökonomen rechnen daher damit, dass die EZB den wichtigsten Leitzins im Euroraum von derzeit 3,5 Prozent weiter anheben wird.

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