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Insider: Tesla-Chef Musk legt Twitter-Finanzierung auf Eis – das könnte ihn Milliarden kosten

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Von: Lisa Mayerhofer

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Elon Musk hat Twitter im April 2022 für knapp 44 Milliarden Dollar übernommen.
Elon Musk hat Twitter im April 2022 für knapp 44 Milliarden Dollar übernommen. © Andrea Ronchini/Imago

Will Elon Musk wirklich Twitter übernehmen? Die Zweifel daran mehren sich – nicht nur wegen eines neuen Insiderberichts. Das Problem für Musk: So leicht kommt er aus dem Deal nicht wieder heraus.

San Francisco – Tech-Milliardär Elon Musk versucht immer vehementer, sich den Weg für einen Ausstieg aus dem Deal zur Übernahme von Twitter offenzuhalten. Offenbar liegen auch seine Bemühungen um eine neue Finanzierung der geplanten milliardenschweren Übernahme des Kurznachrichtendienstes auf Eis, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider berichtet.

Elon Musk: Ausstieg aus Twitter-Deal könnte ihn Milliarden kosten

Der Tesla-Chef will mit der neuen Finanzierung eigentlich seinen Baranteil bei der rund 44 Milliarden Dollar schweren Übernahme senken. Gleichzeitig drohte er aber auch mit dem Ausstieg aus seiner geplanten Twitter-Übernahme. In einem am Montag veröffentlichten Brief seiner Anwälte an Twitters Chefjuristin Vijaya Gadde heißt es, das Unternehmen weigere sich, ihm Daten für eigene Recherchen zur Zahl von Spam- und Fake-Accounts zu liefern. Dies sei ein Verstoß gegen die Übernahme-Vereinbarung. Deswegen behalte er sich vor, aus dem Deal auszusteigen.

Musk versucht bereits seit Mitte Mai, angeblich falsche Schätzungen von Twitter zur Zahl der Spam- und Fake-Accounts zum Thema zu machen. So erklärte er den Übernahmedeal deswegen bereits für ausgesetzt. Aus Sicht von Twitter kann Musk allerdings die Vereinbarung nicht einseitig auf Eis legen. Auch am Montag betonte das Unternehmen in einer Stellungnahme unter anderem im „Wall Street Journal“, es sei weiterhin entschlossen, die Übernahme zu den vereinbarten Konditionen durchzusetzen.

Die Frage, ob Musk mit seinen Vorwürfen einen ausreichenden Grund für einen Ausstieg aus dem Deal hat, könnte am Ende vor Gericht entschieden werden. Es geht um viel Geld: Laut Handelsblatt ist für den Fall eines einseitigen Ausstiegs aus der Übernahme eine Strafzahlung von jeweils einer Milliarde Dollar vereinbart. Wenn der Anteil der Spam-Konten bei Twitter allerdings bei deutlich über fünf Prozent läge, könnte Musk laut der Zeitung ohne Strafe aus dem Deal aussteigen.

Übernahme durch Musk: Twitter schätzt Anteil der Fake-Accounts auf weniger als fünf Prozent

Twitter selbst schätzt, dass Fake-Accounts weniger als fünf Prozent der Nutzerbasis ausmachen. Das Unternehmen spricht von 229 Millionen täglichen Nutzern, die der Dienst mit seiner Werbung erreichen kann. Die von Twitter identifizierten Fake-Accounts sind dabei bereits abgezogen.

Twitter-Chef Parag Agrawal betonte auch, dass der Dienst jeden Tag mehr als eine halbe Million Spam-Accounts blockiere - meist bevor Nutzer sie zu sehen bekämen. Schätzungen zur Zahl der Fake-Accounts von außerhalb der Firma seien nicht seriös zu machen, warnte er.

Musks Anwälte schrieben in ihrem am Montag veröffentlichten Brief, Twitter sei laut den Bedingungen des Übernahmedeals aber dazu verpflichtet, Daten und Informationen zu liefern, die Musk mit Bezug zur Transaktion einfordere. Anders als von Twitter dargestellt, gelte diese Auskunftspflicht nicht nur für stark eingeschränkte Zwecke, argumentierten sie.

Elon Musks Twitter-Übernahme: Rückendeckung aus Texas

Rückendeckung bekam Musk vom Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Texas, Ken Paxton, der eine Untersuchung zu Twitters Angaben über die Zahl der Fake-Accounts bekannt gab. Das Unternehmen ist nun binnen drei Wochen aufgefordert, Informationen dazu zu liefern. Der Republikaner Paxton liegt schon länger im Clinch mit Twitter und anderen Online-Plattformen. Er wirft ihnen vor, konservative Ansichten zu unterdrücken.

Ein von Paxton vorangetriebenes texanisches Gesetz verbot den Online-Diensten, gegen jegliche Meinungsäußerungen von Nutzern vorzugehen. Ein Nebeneffekt davon wäre, dass die Plattformen zum Beispiel auch Hassrede nicht entfernen können. Das Gesetz wurde vom Obersten Gericht der USA ausgesetzt. Musk verlegte die Zentrale des von ihm geführten Elektroauto-Herstellers Tesla von Kalifornien nach Texas und kündigte jüngst an, bei Wahlen künftig für die Republikaner zu stimmen. (lma/dpa)

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