Insiderhandel: Deutsche Bank im Visier

- Stuttgart - Die Ermittlungen um verbotenen Insiderhandel mit Aktien des Daimler-Chrysler-Konzerns ziehen immer weitere Kreise. Laut "Welt am Sonntag" sei nicht auszuschließen, dass nun auch die Deutsche Bank wegen des Verkaufs eines großen Aktienpakets des Autokonzerns mit Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sowie auch der Finanzaufsicht rechnen müsse.

"Es gibt da eine auffällige Entwicklung", sagte der Chef der Finanzaufsicht Bafin, Jochen Sanio, der Zeitung. Kurz nachdem die Rücktrittsabsicht von Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp am 28. Juli bekannt geworden war, hatte sich die Bank über Nacht mit Gewinn von 35 Millionen Daimler-Aktien im Wert von knapp 1,4 Milliarden Euro getrennt. Die Bank wollte sich dazu nicht äußern. DaimlerChrysler-Aufsichtsratschef Hilmar Kopper könnte von dem Rücktritt frühzeitig gewusst haben, schrieb die Zeitung. Kopper war früher Chef der Deutschen Bank.

Schrempp hatte nach seinem Rücktritt in einem Interview gesagt, "ich habe darüber schon seit einiger Zeit mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Hilmar Kopper gesprochen".

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt wegen des gleichen Verdachts auch gegen Daimler-Chrysler-Manager. Die "Stuttgarter Nachrichten" berichteten, Daimler-Chrysler habe die Information über den Rücktritt von Schrempp möglicherweise weit früher veröffentlichen müssen als bisher bekannt. Nach dem Wertpapierhandelsgesetz seien solche Informationen in der Regel unverzüglich bekannt zu geben, wenn nicht der Schutz der "berechtigten Interessen" des Unternehmens entgegenstehe.

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