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„Ein guter Berater oder Verwalter ist jeden Cent wert, den er bekommt.“ (Symbolbild)

Insolvenz und Sanierung

Was darf eine Sanierung kosten?

Viele erkennen häufig den Wert einer guten Sanierung nicht, wie Diskussionen um die Vergütung zeigen. Erfahrene Unternehmer wissen die Dienstleistung indes zu schätzen.

Hin und wieder müssen sich Sanierer und Insolvenzverwalter den Vorwurf anhören, sie würden aus einem angeschlagenen Unternehmen zu viel Geld für die eigene Arbeit abzweigen – ein großes Missverständnis, das Andreas Bork (Burger King) beim Wirtschaftsforum „Insolvenz und Sanierung“ aus Unternehmenssicht geraderückt. Die Schnellrestaurant-Kette war durch die Insolvenz des Franchisenehmers Yi-Ko direkt von der Thematik betroffen.

„Ein guter Berater oder Verwalter ist jeden Cent wert, den er bekommt“, weiß Bork aus der Erfahrung. Der Wert einer erfolgreichen Sanierung übersteige bei weitem die Kosten. Probleme sieht der Manager eher auf Unternehmensseite: „Viele reagieren zu spät, sehen nur die Kosten, aber nicht die Chancen.“ Dass die Arbeit der Spezialisten gelegentlich mit Neid und Missgunst beobachtet werden, stellt auch Stephan Ammann (Pluta Rechtsanwalts GmbH) fest. Man müsse aber die Vergütungen im Verhältnis etwa zu den Beitreibungen der Forderungen sehen.

Im Vergleich dazu lägen die Vergütungen im „Skonto-Bereich“, bei zwei oder drei Prozent. Verwalter und Sanierer müssten ihre Arbeit transparent darstellen, fügt Oliver Schartl (Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen) hier an: „Viele glauben, der Verwalter behalte das gesamte Geld für sich. Die Vergütung ist aber von der Gebührenordnung abhängig sowie davon, wie das Gericht mit den Anträgen verfährt.“ Den Gläubigern sei auch schwer zu vermitteln, dass das bisherige Modell auf Quersubventionierungen aufbaue, ergänzt Dr. Leo Plank (Kirkland & Ellis). Insgesamt sei die Quote aber ohnehin nicht so hoch wie etwa in den USA oder in Großbritannien.

Das Thema Geld ruft auch den Wissenschaftler Prof. Dr. Thomas Druyen (Sigmund Freud Privat Universität) auf den Plan; Druyen spannt den Bogen weiter in gesellschaftliche Dimensionen: Geld als Motivator – das funktioniere nicht bei jungen Unternehmern in der angelsächsischen Welt: „Diese Unternehmer haben die Vision, die Welt zu verändern.“

Der Mensch sei indes nicht begabt, präventiv zu denken – mit eine Ursache für Insolvenzen. „Der Mensch muss daher neuronal trainieren, wie man Zukunft gestalten kann.“ Da vielen Unternehmern dies nicht tun würden, hätten Verwalter und Sanierer die Aufgabe, ihre Erfahrungen aus der „Architektur des Zusammenbruchs“ weiterzugeben.

Prof. Dr. Christian Heinrich (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt) bestätigt dies für den Hochschulbetrieb: „Studenten interessieren sich vornehmlich für Erfolge, nicht aber für Themen des Scheiterns.“ Entsprechend kämen in der Planung des eigenen Lebens oder Unternehmens Themen wie Insolvenz und Sanierung nicht vor.

Jürgen Grosche

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