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Prof. Dr. Thomas Druyen

Insolvenz und Sanierung

Durch Scheitern zu kreativem Wachstum

Prof. Dr. Thomas Druyen sprach beim Wirtschaftsforum „Insolvenz und Sanierung“ der Mediengruppe Münchner Merkur tz über Entwicklungen der Gegenwart wie die digitale Revolution und den demografischen Wandel.

Wir stehen gerade vor den größten globalen Veränderungen seit 1000 Jahren“, fasst Prof. Dr. Thomas Druyen, Direktor an der Sigmund Freud Privat Universität in Wien, gleich zu Beginn seiner Ausführungen beim Wirtschaftsforum „Insolvenz und Sanierung“ der Mediengruppe Münchner Merkur tz Entwicklungen der Gegenwart zusammen, die auch die Unternehmenswelt betreffen, zum Beispiel die digitale Revolution oder der demografische Wandel.

Die epochalen Verwerfungen würden auch zu weiteren Unternehmenszusammenbrüchen führen – mit fundamentalen Folgen für Sanierer und Insolvenzverwalter, sagt der Zukunftsforscher, der gerade mit einem Dax-Konzern das „Institut für Zukunftspsychologie und Zukunftsmanagement“ gründet. „Ihre Arbeit hat viel mit Psychologie zu tun“, sagt Druyen an die Verwalter und Sanierer gerichtet, „Sie begleiten die Beteiligten in Notsituationen.“

Da müsse die „ganze Klaviatur psychologischer Instrumente“ zum Einsatz kommen: „Sie müssen zuhören und mit Empathie Menschen begegnen, die unter enormen Druck stehen.“ Diese Leidtragenden bilden, so Druyen, den Querschnitt der Gesellschaft ab; zu ihnen gehören neben den Unternehmern auch die Lieferanten, Arbeitnehmer und Gläubiger. Viele Unternehmer können ein mögliches Scheitern kaum an sich heranlassen, beobachtet der Wissenschaftler.

Rein unternehmerische und juristische Kenntnisse würden nicht ausreichen, ein Umdenken zu initiieren. Psychologisches Wissen müsse dazukommen; „Sie leisten da Hebammen-Dienste“, sagt Druyen den Sanierungsspezialisten. Generell fehle im deutschsprachigen Raum eine „Kultur des Scheiterns“, beklagt der Forscher. Scheitern sei aber Bestandteil kreativen Wachstums. „Es wäre gut, wenn die Chancen des neuen Insolvenzrechts in der Öffentlichkeit wahrgenommen würden.“

jgr

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