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Dr. Maximilian Pluta von der Anwaltskanzlei Pluta, die zur Spitzengruppe der Insolvenzverwalterkanzleien in Deutschland gehört.

Firmenrettung

Anwälte mit Unternehmer-Gen

Je früher ein Unternehmen eine Schieflage erkennt, desto größer sind die Rettungschancen. Externe Berater helfen hier mit Erfahrungen und Kenntnissen, die selbst versierten Managern meist fehlen.

Der Arbeitsalltag von Dr. Maximilian Pluta und Stephan Ammann von der Anwaltskanzlei Pluta hat in der Regel wenig mit stupidem Paragrafenwälzen zu tun. Die Anwälte sind vielmehr als Unternehmensretter unterwegs – entweder als Berater im Vorfeld einer Krise oder als Insolvenzverwalter, wenn denn ein solcher Ernstfall eingetreten ist. So oder so: „Unser Ziel ist immer, das Unternehmen zu erhalten“, betont Ammann. Und er freut sich, wenn er ein paar Jahre später an einem Standort vorbeifährt, der immer noch das Namensschild der geretteten Firma trägt. Dazu müssen die Juristen in die Betriebe gehen. „Wir müssen die Abläufe studieren, um die richtigen Methoden zur Sanierung zu finden“, sagt Pluta. „Das ist nur vor Ort möglich. Wir müssen alle Beteiligten kennenlernen und schauen, dass der Einkauf wieder auf die Beine kommt, die Produktion weiter läuft und Lieferanten sind zu bezahlen“, schildert der Anwalt seine Arbeit.

Schnelle Entscheidungen gefragt

„Sie müssen da schnell die Leute finden, die das Geschäft wirklich verstehen“, fügt Ammann hinzu. Das seien durchaus auch mal andere als die Geschäftsführer. Sanierer und Insolvenzverwalter seien oft eher als Unternehmer tätig denn als Juristen, sagen die beiden Spezialisten übereinstimmend. Während für eine Beratung vor einer Insolvenz durchaus Zeit zur Verfügung steht, müssen die Retter gerade zu Beginn eines Insolvenzverfahrens sehr schnell entscheiden. „Da muss über Bestellungen oder ausstehende Zahlungen heute entschieden werden, nicht morgen“, bringt Ammann es auf den Punkt. Wichtig ist den Anwälten ihre Unabhängigkeit von allen Beteiligten. „So können wir zum Beispiel oft effektivere Gespräche mit Banken und anderen Gläubigern führen“, erklärt Ammann. Vermitteln, externe Expertise anbieten, die Entwicklung mit dem Blick von außen bewerten – das sind die Eigenschaften, mit denen die Sanierer Schlimmeres verhindern können. „Häufig lässt sich eine Insolvenz im Vorfeld vermeiden“, sagt Ammann. Für ihre Arbeit brauchen die Sanierer viel Fingerspitzengefühl. Und Erfahrung. Die hat die Anwaltskanzlei Pluta durchaus, blickt man auf die Historie. Sie wurde vor mehr als 30 Jahren in Ulm gegründet. Mittlerweile ist die Kanzlei an 36 Standorten in Deutschland vertreten, dazu kommen vier Büros in Spanien und je eines in Italien und Polen. Das Sanierungs- und Insolvenzgeschäft globalisiert sich mittlerweile wie jede andere wirtschaftliche Tätigkeit. Unternehmen haben Niederlassungen, Kunden oder Lieferanten jenseits der Grenzen.

„Selbst bei einer Verbraucherinsolvenz kommt es vor, dass auch Immobilien auf Mallorca betroffen sind“, erklärt Ammann. In vielen Ländern arbeitet Pluta mit Partnern aus dem internationalen Netzwerk zusammen. Im Sanierungs- und Insolvenzverwaltergeschäft haben langfristig nur größere Kanzleien eine Chance, sind die Anwälte überzeugt. „Am Ende werden wohl deutlich unter 50 übrigbleiben“, prognostiziert Ammann. Die Kanzlei Pluta wird dazugehören. „In Deutschland und Spanien zählen wir zur Spitzengruppe der Insolvenzverwalterkanzleien“, sagt Pluta. Die Kanzlei beschäftigt mehr als 330 Mitarbeiter, davon mehr als 70 Berufsträger (unter ihnen neben Anwälten und Steuerberatern auch mehr als 35 gerichtlich bestellte Insolvenzverwalter und mehr als 20 Sanierungsexperten). Die Kanzlei Pluta kann bei ihrer Arbeit auf einige Erfolge verweisen. So haben die Experten die Strickerei März München AG erfolgreich durch eine fünfjährige Insolvenz geführt. Das Unternehmen wurde an einen schwedischen Investor verkauft und steht wieder in voller Blüte. Der süddeutsche Modehersteller Strenesse schreibt in der Insolvenz in Eigenverwaltung wieder schwarze Zahlen, ebenfalls durch die Sanierung der Pluta-Spezialisten. Ebenso sanierten sie den Modellbahnhersteller Märklin über mehrere Jahre erfolgreich. Der Unternehmensverkauf brachte mehr ein als an Forderungen offenstanden; die Insolvenzquote lag über 100 Prozent.

Von Jürgen Grosche

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