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Die Insolvenzverwalter Dr. Max Liebig (l.) und Dr. Paul Fink arbeiten schon seit einigen Jahren zusammen.

Insolvenz & Sanierung

Gebündelte Kompetenz steigert Expertise

Seit einigen Jahren schon arbeiten die Münchner Kanzlei Dr. Max Liebig Insolvenzverwaltung & Restrukturierung und die bundesweit tätige Sozietät FRH Fink Rickens Heema Rechtsanwälte Steuerberater eng zusammen.

Eine Kooperation, die die Expertise beider Häuser signifikant stärkt. Die Zusammenarbeit bringe mehr Sanierungserfolge, betonen die beiden Spezialisten Dr. Max Liebig aus München und Dr. Paul Fink aus Düsseldorf im gemeinsamen Interview: „In der Vorbereitung und Umsetzung von Insolvenzplanverfahren haben wir ein gutes Know-how“, erklärt Fink. „Es gelingt uns immer wieder, verschiedene Interessengruppen zu moderieren und einen Ausgleich zwischen allen Beteiligten zu erzielen.“

Der Erfolg der Kooperation erklärt sich sicherlich auch dadurch, dass beide Experten unterschiedliche Kompetenzen bündeln. Während Fink als erfahrener Fachanwalt für Insolvenzrecht insbesondere juristische Spezialkenntnisse einbringt, hat Liebig als Diplom-Kaufmann und Betriebswirt profunden Einblick in Abläufe und Mechanismen unternehmerischer Entwicklungen. Eine Besonderheit im Insolvenz-Bereich: Liebig zählt zu den wenigen Kaufleuten in Deutschland, die von Gerichten als Insolvenzverwalter bestellt werden.

Betriebswirtschaftlicher Ansatz

In dieser Kombination, die Synergien nutzt, können die beiden Sanierungsexperten ihr Verständnis einer modernen Insolvenzverwaltung in der Praxis umsetzen. „Während herkömmliche Verwaltung in erster Linie darauf abzielt, Gläubigeransprüche durchzusetzen, verfolgen wir eine betriebswirtschaftlich-unternehmerische Denkweise“, erklärt Fink. Ziel sei es, ein Unternehmen wieder auf gesunde Füße zu stellen. „Es geht nicht darum, einen Leitfaden für die unternehmerische Gestaltung zu liefern“, ergänzt Liebig. Eine gute Sanierungslösung liefere flexible Ansätze, die letztlich dem Ziel dienen, das Unternehmen wieder gesunden zu lassen. Ein Problem bleibt indes bestehen: Nach wie vor hat das Wort Insolvenz einen negativen Beigeschmack. „Viele Unternehmer, aber auch andere Beteiligte, sehen in dem Begriff nicht das sanierende Element“, stellt Liebig fest, der sehr dafür wirbt, die Chancen zu sehen. „Mittelständische Unternehmen suchen danach und wir sind bekannt dafür, Probleme lösen zu können.“ Offenbar dringt diese Botschaft aber doch allmählich durch: „Immer mehr Unternehmen fragen nach und hören sich unsere Vorschläge an.“

Einer der wichtigsten Ratschläge, die die beiden geben: Je früher man eine Sanierung in Angriff nimmt, desto größer sind die Erfolgschancen. „Wenn ein Unternehmen rechtzeitig genug kommt, kann es die Chancen des Rechts nutzen“, sagt Fink und betont: „Wir suchen Lösungen bereits im Vorfeld, nicht erst bei der Antragstellung der Insolvenz.“

Stichwort Insolvenz: Die beiden Kanzleien spüren den derzeitigen allgemeinen Rückgang der Insolvenzzahlen kaum. FRH werde überproportional gut von den Insolvenzgerichten berücksichtigt. So habe Fink in 2015 die meisten Verfahren in Düsseldorf betreut; die Münchner Sozietät zähle – so Liebig – zu den drei am meisten bestellten Kanzleien in der bayrischen Landeshauptstadt. „Wir bieten mehr als viele Wettbewerber“, begründet Fink den Erfolg. Dazu zählt er die Zuverlässigkeit und Stetigkeit der Arbeit. „Unser Berichtswesen muss auch bei Verfahren, die über viele Jahre laufen, bis zum Schluss die gleich hohe Qualität zeigen.“ Dazu gehören – so Fink – Transparenz und eine gute Kommunikation. „Ein Gläubigerausschuss zum Beispiel darf erwarten, dass er eine gut vorbereitete Präsentation bekommt.“ Liebig ergänzt: „In der tatsächlichen Abwicklung zeigt sich, wie zufrieden die Beteiligten sind.“ Außerdem müsse eine gute Kanzlei Sanierungserfolge vorweisen können.

Chancen auf echte Sanierung sind hoch

Derzeit sorgt die allgemeine Geldschwemme dafür, dass häufig auch klamme Unternehmen leichter an Geld kommen – ein Entwicklung, die viele kritisch sehen. Auch Liebig und Fink warnen vor Gefahren: Wenn die Zinsen steigen, werden auch die Insolvenzen wieder zunehmen. Doch die aktuelle Lage habe auch ihr Gutes. „Die Chancen sind hoch, eine echte Sanierung hinzubekommen“, sagt Fink. Arbeitsplätze würden erhalten, das sei bereits ein Erfolg. Allerdings sollten sich Berater und Unternehmen nicht in einer falschen Sicherheit wiegen. Unternehmen sollten Geld nicht nutzen, um „nur Einzelbrände zu löschen“, sagt Liebig. „Gerade jetzt sind die Chancen für eine nachhaltige Sanierung gut. Die sollte man nutzen.“

Jürgen Grosche

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