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Unternehmer können auf einige Instrumente zurückgreifen, wenn sie finanziell in der Schraubzwinge stecken.

Insolvenzverwaltung

Vorsorgen statt Entsorgen

Nicht selten geraten mittelständische Unternehmer in finanzielle Schieflagen, weil sie Warnzeichen zu spät erkennen oder ignorieren.

Wenn Unternehmen in Schwierigkeiten geraten, ist der Gang in die Insolvenz oft der letzte Weg. Doch eine Insolvenz ist nicht immer die beste Voraussetzung, um für die beteiligten Parteien das Optimum zu erreichen. „Außergerichtliche Einigungen bieten viel mehr Spielraum für kreative Lösungen. Wenn wir gerufen werden, loten wir deshalb immer aus, was in der Verhandlung zwischen Gläubigern und Schuldnern machbar ist“, sagt Leo Plank von Kirkland & Ellis. Die Anwaltskanzlei spielt dabei auf einer breiten Klaviatur von Umschuldungskonzepten und nutzt dabei zuweilen auch internationales Recht. Ein prominentes Beispiel dafür ist der Schuldenschnitt bei der Werkstattkette ATU. Dort löste im vergangenen Jahr der US-Finanzinvestor Centerbridge den alten Eigner KKR als Mehrheitsgesellschafter ab. Gleichzeitig wurden der ATU rund 600 Millionen Euro an Verbindlichkeiten erlassen und 100 Millionen Euro an frischem Kapital zugeführt.

Die Umwandlung von Fremdkapital in Eigenkapital war dabei einer der wichtigen Schritte. Es ist einer der Standard-Deals in solchen Situationen: „Kreditgeber tauschen ihre Forderungen gegen eine direkte Beteiligung am Unternehmen. Dafür verlieren die alten Gesellschafter an Einfluss“, erklärt Plank. „Kleinere Firmen vernachlässigen leider oft das Thema Transparenz. Doch je klarer die Strukturen sind, desto leichter fällt die Fehleranalyse“, sagt Arno Haselhorst von Haselhorst Associates. Er nennt vor allem den Cashflow als wichtige Kennzahl, um zu erkennen, wie solide ein Unternehmen aufgestellt ist. „Die Kernfrage, die sich Unternehmer stellen sollten, lautet: Setze ich mein Kapital effizient genug ein, um nicht nur meine Gläubiger zu bedienen, sondern auch um mein Geschäft langfristig erfolgreich weiterzuentwickeln? Wenn das nicht der Fall ist, dann sollte ich dringend überlegen, was ich besser machen kann“, rät Haselhorst.

Der richtige Zeitpunkt dafür wäre genau jetzt. Denn der deutschen Wirtschaft geht es gut. „Die großen Konzerne nutzen die gute Konjunktur, um ihre Probleme zu lösen“, so Haselhorst. Gefahr sieht er bei vielen kleineren Firmen, die sich von den aktuell guten Zahlen blenden ließen. „Wenn der Wind mal dreht, werden Kapital und Zeit plötzlich knapp. Wenn es nach uns geht, reden wir nicht erst dann über Restrukturierungsprozesse“, so Haselhorst. Manchmal fällt dann nämlich schnell das Wort Insolvenz. Und die ist bekanntermaßen nicht immer die beste Lösung

Von Matthias von Arnim

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