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Florian Bruder, Leiter Restrukturierung und Experte für Mergers & Acquisitions (M&A) im Münchner Büro der internationalen Wirtschaftskanzlei Weil Gotshal Manges.

Insolvenz und Sanierung

Weltweiter Fokus wichtig bei Transaktionen

Die US-amerikanische Wirtschaftskanzlei Weil Gotshal Manges berät insbesondere in internationalen Restrukturierungen und Insolvenzverfahren.

Deutsche Unternehmen, auch mehr und mehr der deutsche Mittelstand, sind in der Regel auch international aktiv. Sie haben Niederlassungen und Produktionsstätten im Ausland oder auch internationale Investoren, die zum Beispiel über eines ausländische Gesellschaft Beteiligungen an einem deutschen Unternehmen erworben haben. Das heißt aber auch: Gerät ein solches Unternehmen in eine Krise, sind natürlich auch die internationalen Teile des Unternehmens betroffen – und dann ist eben auch grenzüberschreitend rechtlicher Rat notwendig, der über die deutsche Jurisdiktion hinausgeht, unter anderem welches Recht ist anwendbar und welches Recht bietet die bessere Lösung in der Krise.

„Das ist gerade bei Restrukturierungen und Distressed-M&A-Transaktionen sehr wichtig. Nur mit internationaler Erfahrung und Vernetzung können alle grenzüberschreitenden Möglichkeiten genutzt werden“, sagt Florian Bruder, Leiter Restrukturierung und Experte für Mergers & Acquisitions (M&A) im Münchner Büro der internationalen Wirtschaftskanzlei Weil Gotshal Manges. Vor allem der Bereich des Distressed-M&A fällt darunter, also die Unternehmenstransaktion in einer Krisensituation.

„Unsere Aufgabe ist es, über die Jurisdiktionen hinweg Optionen auszuloten und die bestmöglichen Lösungen umzusetzen.“ Doch welche Aufgaben übernehmen die Wirtschaftsanwälte der Kanzlei, die traditionell weltweit unter anderem auch im Private Equity- und Kapitalmarkt-Geschäft aktiv ist? Das kann die M&A-Beratung für einen Insolvenzverwalter sein, der im Rahmen der Gläubigerbefriedigung Teile eines zahlungsunfähigen Unternehmens verkaufen will, oder auch die Entwicklung von Sanierungsmaßnahmen ausgehend von den internationalen Möglichkeiten, etwa nach dem bekannten „Chapter 11“ in den USA, das eine Unternehmensrestrukturierung erleichtert, nach englischen oder französischen Verfahren oder unter Anwendung eines deutschen ESUG-Verfahrens.

Das kann aber auch die Beratung eines (internationalen) Gläubigers sein, etwa eines Investors, der seine besonderen Interessen in der Krise oder innerhalb eines Insolvenz- oder auch Schutzschirmverfahrens hat. Ein solches Mandat hat Florian Bruder ganz aktuell bei der Insolvenz einer größeren Modehandelskette innegehabt und die Interessen eines US-amerikanischen Gläubigers vertreten. Dieser hatte eigene Sicherungsrechte an der deutschen Marke geltend gemacht.

„In solchen Fällen ist es unsere Aufgabe, die Rechte unseres Mandanten bestmöglich geltend zu machen und Prozesse, gerade wenn sie ins Stocken geraten, im Interesse unseres Mandanten mit zu strukturieren und zu koordinieren. Gerade die internationalen Rechte an Marken, Patenten und Know-How und deren Durchsetzbarkeit in der Insolvenz spielen dabei eine entscheidende Rolle. Die Interessen und Rechte der Beteiligten, oft aus verschiedenen Rechtskulturen, müssen dabei allen klar gemacht werden, um eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung erreichen zu können.“, erläutert Florian Bruder. Dafür hat er eng mit den Insolvenzverwaltern der verschiedenen Jurisdiktionen zusammengearbeitet.

„Im Kern geht es darum, dass wir bereits im Rahmen von Investitionen mögliche Stolpersteine für unsere, insbesondere internationalen, Mandanten grenzüberschreitend antizipieren, um auch in einer möglichen Krise des Unternehmens ihre Interessen bestmöglich durchsetzen zu können. In der Krise geht es dann darum, mögliche Schritte der anderen Parteien zu antizipieren und die Interessen des Mandanten bestmöglich, notfalls auch gerichtlich, geltend zu machen. Dazu bedarf es zusätzlich zu klassischer M&A-Erfahrung vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in den Bereichen des Insolvenz- und Prozessrechts.“

In Europa berät Weil Gotshal Manges insbesondere Investoren, aber auch Unternehmen und Insolvenzverwalter. „Investoren steigen oft in, bestenfalls noch nicht bekannten, Krisen ein. Zusammen mit Investoren entwickeln wir unter anderem mögliche Sanierungsmaßnahmen und bewerten rechtlich ihre Erfolgsaussichten, um ihnen den Weg zu einem strategisch sinnvollen Investment zu ebnen“, betont der WEIL-Anwalt.

Er sieht seine Kanzlei gerade auch als Krisenbewältiger: „M&A ist häufig ein gutes Instrument zur Lösung von wirtschaftlichen Verwerfungen. Um die bestmögliche Lösung finden und durchsetzen zu können, muss man dabei aber alle nationalen und internationalen Möglichkeiten spielen können.“

Patrick Peters

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