+
Der Küchenkonzern aus Pfullendorf in Baden-Württemberg ist seit dem Börsengang 1995 fast durchgängig in den roten Zahlen. Foto: Thomas Warnack

Rote Zahlen

Insolvenzverfahren: Küchenbauer Alno verkauft Tochterfirma

Alno stand lange für hohe Qualität bei hohen Preisen. Doch der Küchenbauer steckte in einer Dauerkrise, die man einfach nicht in den Griff bekam. Nun wird die Tochter Pino verkauft.

Pfullendorf (dpa) - Im Pleitedrama um den Küchenbauer Alno könnte der letzte Akt begonnen haben. Das Amtsgericht Hechingen eröffnete das Alno-Insolvenzverfahren mit Wirkung zum 1. Oktober, wie der Sprecher des Insolvenzverwalters, Martin Hörmann, mitteilte.

Der Küchenkonzern aus Pfullendorf in Baden-Württemberg ist seit dem Börsengang 1995 fast durchgängig in den roten Zahlen, mehrere neue Chefs und neue Investoren konnten das Ruder nicht herumreißen. 2016 musste Alno einen deutlich geschrumpften Umsatz von rund 493 Millionen Euro und einen heftigen Verlust von 67 Millionen Euro hinnehmen. Im Juli dieses Jahres folgte der Insolvenzantrag.

Alno hat noch rund 1600 Mitarbeiter, davon arbeiten rund 600 bei der auf Edelküchen spezialisierten Mutter in Pfullendorf, 90 bei einer Logistikfirma am Stammsitz, 400 bei der Mittelklasse-Küchentochter Wellmann in Enger (Nordrhein-Westfalen) und 230 bei der Niedrigpreis-Tochter Pino in Coswig (Sachsen-Anhalt). Der Rest der Mitarbeiter ist im Ausland tätig. Pino wird künftig nicht mehr zum stark angeschlagenen Konzern gehören. Man habe ein Kaufangebot erhalten, dem die Gläubigerausschüsse zustimmten, teilte Alno am Montag mit. Wer der Käufer ist, wurde nicht mitgeteilt. Bei Pino lief es finanziell zuletzt deutlich besser als beim Mutterkonzern.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Landwirte klagen über langsames Internet
Immer mehr Bauern in Deutschland klagen über ein zu langsames Internet. Nach einer repräsentativen Umfrage im aktuellen Konjunkturbarometer des Bauernverbandes sind 77 …
Landwirte klagen über langsames Internet
Fresenius bläst milliardenschwere US-Übernahme ab
Der Medizinkonzern Fresenius hat die geplante 4,4 Milliarden Euro schwere Übernahme des US-Konzerns Akorn platzen lassen. Das Unternehmen habe beschlossen, die …
Fresenius bläst milliardenschwere US-Übernahme ab
Hannover Messe: Alles dreht sich um vernetzte Industrie
Hannover (dpa) - Die als weltgrößte Industrieschau geltende Hannover Messe hat begonnen. Bezüglich künstlicher Intelligenz müsse Deutschland nachholen und aufholen, …
Hannover Messe: Alles dreht sich um vernetzte Industrie
Weltbank: Wohlhabende Länder sollen höhere Zinsen zahlen
Klimawandel, Flüchtlinge und Pandemien - das Spektrum der Weltbank ist größer geworden. Nun bekommt die Weltbank mehr Kapital für Entwicklungsprojekte und neue …
Weltbank: Wohlhabende Länder sollen höhere Zinsen zahlen

Kommentare