Insolvenzverfahren von Manroland eröffnet

Augsburg/München - Vor gut zwei Monaten hatte der Druckmaschinenhersteller Manroland Insolvenz angemeldet. Nun wurde das Verfahren offiziell eröffnet. Im Offenbacher Werk keimt unterdessen Hoffnung:

Das Amtsgericht Augsburg hat am Mittwoch das Insolvenzverfahren des Druckmaschinenherstellers Manroland eröffnet. Der bisher vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider wird das Verfahren leiten, wie seine Kanzlei mitteilte. Unterdessen gibt es nach Informationen der “Augsburger Allgemeinen Zeitung“ aus Industriekreisen Hoffnung für den Offenbacher Standort des Unternehmens. Demnach soll der britische Mischkonzern Langley Holdings Interesse an der Fabrik haben. Manroland hatte Ende November Insolvenz angemeldet.

Nach Medien-Informationen wollte Insolvenzverwalter Schneider am Mittwoch in Augsburg dem Gläubigerausschuss ein Angebot der Langley Holdings zur Annahme empfehlen. Dem Vernehmen nach soll der gesamte Standort mit sämtlichen 824 noch verbliebenen Beschäftigten übernommen werden.

Das vom Gründer Anthony Langley geführte Unternehmen hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von knapp 495 Millionen Euro einen Reingewinn von 56,4 Millionen Euro erzielt. Langley ist bereits mit Firmen in Niedersachsen und nahe Hamburg in Deutschland vertreten.

Die Offerte der Briten steht in Konkurrenz zu dem Angebot von Koenig & Bauer aus Würzburg. Der Druckmaschinenhersteller hatte in einer zweiten Angebotsrunde erneut Interesse an Teilen des Unternehmens in Offenbach signalisiert. Dabei soll es vor allem um den Service für die tausenden Manroland-Maschinen gehen, die weltweit bei den Kunden stehen. Die Branche kämpft seit 2008 gegen die Krise an, der Umsatz mit Druckmaschinen hat sich seitdem halbiert. Ein Sprecher des Unternehmens sagte der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch, das Interesse bestehe, man warte auf Schneiders Antwort.

Den Zuschlag für den Augsburger Stammsitz hatte bereits Mitte Januar die Lübecker Possehl-Gruppe erhalten. Allerdings werden dort rund 740 der 2500 Stellen gestrichen. Insgesamt fallen in Augsburg, Offenbach und am dritten Standort Plauen 2500 der einst 4700 Stellen der Insolvenz zum Opfer. “Angesichts der Kürze der Zeit und der Komplexität des Verfahrens ist dieser Wert erfreulich. Trotzdem ist jede Kündigung eigentlich eine zu viel“, beurteilte Schneider das Ergebnis.

Die gekündigten Manroland-Mitarbeiter können in eine der drei Transferfirmen wechseln, die am Mittwoch für sechs Monate ihren Betrieb aufnahmen und für einen möglichst reibungslosen Übergang in einen neuen Job sorgen sollen. Doch den Betroffenen droht für den Fall, dass die Vermittlung nicht gelingt, ein rascher Sturz in die Arbeitslosigkeit.

dpa

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