Insolvenzverwalter: Hoffnung für Manroland

Augsburg - Für den insolventen Druckmaschinenhersteller Manroland gibt es noch einen Hoffnungsschimmer. “Es gibt Interessenten aus dem In- und Ausland“, sagte Manroland-Insolvenzverwalter Werner Schneider.

Es bleibe aber nicht viel Zeit. “Bis Ende Januar sollten wir eine Lösung haben.“ Nur noch bis zu diesem Zeitpunkt übernimmt die Bundesagentur für Arbeit die Zahlung der Löhne und Gehälter. Die Möglichkeit eines Komplettverkaufs, wie sie die Gewerkschaften favorisieren, sieht Schneider aber eher skeptisch. “Die Chance ist eher unwahrscheinlich.“

Auf Betriebsversammlungen am Augsburger Stammsitz, in Offenbach und im sächsischen Plauen hat die vorläufige Insolvenzverwaltung am Dienstag die Mitarbeiter des Unternehmens über die Lage informiert. Ende November musste Manroland Insolvenz beantragen, nachdem die Allianz und Miteigentümer MAN dem verlustreichen Unternehmen den Geldhahn zugedreht hatten. Mit weltweit 6500 Mitarbeitern - in Deutschland sind es inzwischen weniger als 5000 - ist Manroland die größte deutsche Unternehmenspleite in diesem Jahr.

In Geheimgesprächen lotet Schneider das Interesse der Investoren aus, die es nach seinen Worten sowohl aus dem Industriebereich als auch aus dem Finanzsektor gibt. Namen könne er nicht nennen. “Wir sind für alle Investoren und für jede sinnvolle Lösung offen“, sagte der Neu-Ulmer. Auch aus China würde er Angebote nicht ausschlagen. “Aber es zeitlich ganz eng.“ Den Mitarbeitern versicherte er: “Es gibt sehr hoffnungsvolle Ansätze.“ Um schneller voranzukommen, sei mit der US-Investmentbank Lazard ein Übernahmespezialist beauftragt worden.

“Der Betrieb geht weiter, das Material kommt“, sagte Schneider zur momentanen Lage. Er hatte zuvor erreicht, dass die Banken dem Unternehmen einen sogenannten Massekredit zur Aufrechterhaltung des Betriebs gewähren und damit eine Atempause verschaffen. Es würden derzeit drei große Bogendruckmaschinen in die USA ausgeliefert. Die Abnehmer hielten Manroland die Stange, aber bei den langen Produktionszeiten haben “die Kunden Sorge, ob die Maschinen fertiggestellt werden“.

Die Branchenlage sei schwierig, erklärte Schneider. “Es gibt erhebliche Überkapazitäten.“ So sei der Umsatz mit neuen Maschinen bei den drei großen deutschen Druckmaschinenherstellern (neben Manroland, Heidelberger Druck und Koenig & Bauer), die den Weltmarkt noch immer anführen, von sechs Milliarden Euro 2007 auf 3 Milliarden Euro 2010 gefallen. Der Markt habe sich stark hin zum Digitaldruck gewandelt. Zudem sei Manroland im Gegensatz zu starken Wettbewerbern, die sich auf einen Bereich konzentriert haben, sowohl im Bogendruck als auch im Rollendruck - den Maschinen für die Produktion von Zeitungen - tätig. “Aber Zeitungen wird es immer geben“, meint Schneider. Nur der Markt werde kleiner.

dpa

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