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Jeder Euro zählt: Der Insolvenzverwalter will viele Stellen bei Qimonda retten.

Qimonda

Insolvenzverwalter sucht nach Investoren

München - Der vorläufige Insolvenzverwalter von Qimonda, Michael Jaffé, will sicherstellen, dass der Betrieb bei dem Münchner Chiphersteller trotz der Insolvenzanmeldung fortgeführt wird.

Das kündigte Jaffé gestern vor rund tausend Beschäftigten bei einer Betriebsversammlung auf dem Firmengelände Campeon in Neubiberg (Kreis München) an, wie mehrere Teilnehmer berichteten. Sie sprachen von einer "sachlichen Stimmung" bei der etwa einstündigen Versammlung, bei der neben Jaffé auch Qimonda-Vorstandschef Kin Wah Loh und Finanzvorstand Thomas Seifert anwesend waren. Qimonda beschäftigt weltweit über 12 000 Menschen, 1400 davon in München sowie 3200 in Dresden.

Derzeit werde an allen Qimonda-Standorten produziert, erklärte Jaffé. Er appellierte an die Mitarbeiter, motiviert weiterzuarbeiten. Dies sei eine Voraussetzung für die Rettung des Unternehmens. Derzeit stehe im Vordergrund, die Liquidität zu sichern. Darüber hinaus würden "unterschiedliche Optionen für die mittel- und langfristige Fortführung der Geschäftstätigkeit" geprüft. Dabei dürfte es kaum eine Lösung ohne neue Investoren geben, ließ der Insolvenzverwalter durchblicken.

"Für eine fundierte Bewertung ist es derzeit noch zu früh. Klar ist schon jetzt: Wir haben es hier mit einer hochkomplexen Situation und einem extrem kapitalintensiven Geschäft zu tun", sagte Jaffé. "Deshalb braucht es für eine tragfähige Lösung Beiträge von potenten Investoren." Der Insolvenzverwalter will "Gespräche mit allen Beteiligten, zunächst in Bayern, Sachsen und Portugal" führen.

Jaffé bemüht sich derzeit auch darum, dass die Beschäftigten ihre Bezüge in Form von Insolvenzgeld erhalten. Diese Zahlung ersetzt im Pleitefall die regulären Löhne und Gehälter. Allerdings wird sie erst dann von der Agentur für Arbeit geleistet, wenn das Insolvenzverfahren offiziell eröffnet wurde. Dies wird im Fall von Qimonda erst im April erwartet. Damit die Mitarbeiter des Unternehmens nicht bis dahin auf Geld warten müssen, soll eine Bank die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes ermöglichen. Gelingt das, könnten die Beschäftigten überwiegend ihr gewohntes Gehalt mit einer nur geringen Verzögerung bekommen, hieß es in informierten Kreisen.

Qimonda ist ein Tochterunternehmen des Münchner Halbleiterkonzerns Infineon, der 77,5 Prozent der Anteile hält. Der Speicherchiphersteller Qimonda hatte am vergangenen Freitag Insolvenz angemeldet.

Dominik Müller

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