Intel und Sun Microsystems angeblich vor Allianz

- New York - Der Chiphersteller Intel und der Server-Spezialist Sun Microsystems stehen Berichten zufolge vor einer Allianz. Sun werde für seine Server künftig auch Intel-Chips verwenden, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf unterrichtete Personen. Bisher ist Intel-Rivale AMD exklusiver Sun-Lieferant. Die Partnerschaft könne bereits am Montag bekannt gegeben werden, hieß es. Sie wäre ein Zeichen, dafür, dass Intel einen zeitweiligen technologischen Rückstand gegen AMD bei Server-Chips mit Erfolg wettgemacht hat.

Für AMD wäre der Verlust eines Teils der Sun-Aufträge ein spürbarer Rückschlag. Nach Einschätzung des Analysten Sumit Dhanda von Banc of America Securities könnte AMD dadurch einen oder zwei Cent beim Jahresgewinn pro Aktie einbüßen. Für 2006 erwarten Experten für AMD im Schnitt 91 Cent Gewinn je Aktie. AMD musste in den vergangenen Monaten bereits die Geschäftserwartungen zurücknehmen. Dhanda war derjenige, der die Nachricht von der neuen Allianz in die Welt setzte. Er schrieb bereits am Freitag, erste Server von Sun mit Intel-Chips würden Ende 2007 auf den Markt kommen. Nach seiner Darstellung könnte sich Intel ein Viertel bis die Hälfte der AMD- Aufträge sichern. Dies würde auf einen Umsatz von 25 bis 50 Millionen Dollar 2008 hinauslaufen.

Intel und Sun gehörten lange zu gegensätzlichen Lagern in der Computerbranche. Während Intel ein zentraler Verbündeter von Microsoft bei der Expansion des Betriebssystems Windows war, versuchte Sun jahrelang, sich als Alternative zum weltgrößten Softwarehersteller zu etablieren. Die Dominanz von Microsoft bei den PCs konnte Sun nicht kippen, sicherte sich aber mit seinem eigenen Betriebssystem Solaris eine starke Position bei Servern.

Für Intel wäre es der wichtigste Kunden-Neuzugang seit Apple 2005 den Umstieg auf Intel-Chips bei seinen Mac-Rechnern bekanntgab.

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