+
Beim US-Chipriesen Intel verlieren zahlreiche Angestellte ihre Jobs. Foto: John G. Mabanglo/Archiv

Intel streicht 12 000 Jobs

Der US-Chipriese Intel will sich vom klassischen Computer-Ausrüster zum Mobil- und Cloud-Dienstleister wandeln. Das geht zu Lasten der Mitarbeiter - trotz Milliardengewinnen und hoher Profitmargen verlieren zahlreiche Angestellte ihre Jobs.

Santa Clara (dpa) - Der weltgrößte Chiphersteller Intel hat einen massiven Jobabbau angekündigt. Bis Mitte 2017 will das Unternehmen weltweit 12 000 Stellen streichen, wie es am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Das entspreche etwa elf Prozent der gesamten Mitarbeiterzahl.

Der Konzern begründet den Personal-Kahlschlag mit dem Wandel vom klassischen PC-Ausrüster zum modernen Dienstleister im mobilen und Cloud-Geschäft, bei dem Daten ins Internet ausgelagert werden. Intel hat vor allem das sogenannte Internet der Dinge im Visier - die Online-Vernetzung von Geräten oder Maschinen.

Für diese vom Konzern als "Wachstumsmotoren" bezeichneten Geschäftsfelder werden offenbar viel weniger Mitarbeiter gebraucht. Die meisten vom Stellenabbau betroffenen Angestellten sollen innerhalb der nächsten 60 Tage informiert werden, kündigte Intel an.

Zunächst werden die Kündigungen und Abfindungen ins Geld gehen - im zweiten Quartal rechnet der Konzern mit einem Sonderaufwand von etwa 1,2 Milliarden Dollar. Bis Mitte 2017 sollen die jährlichen Kosten durch das Sparprogramm aber um auf das Jahr hochgerechnete 1,4 Milliarden Dollar (1,2 Mrd Euro) sinken.

Dabei machte Intel zuletzt dicken Gewinn: Im ersten Quartal stieg der Überschuss verglichen mit dem Vorjahr von 1,99 auf 2,05 Milliarden Dollar (1,80 Mrd Euro). Der Umsatz kletterte um sieben Prozent auf 13,7 Milliarden Dollar. Die Profitmarge lag bei fast 60 Prozent.

Die Erlöse lagen damit allerdings unter den Markterwartungen. Zudem enttäuschte Intel die Anleger mit einer Umsatzprognose von 13,5 Milliarden Dollar (plus oder minus 500 Millionen) für das zweite Quartal. Die nach der Mitteilung zu den Jobkürzungen kurzzeitig vom Handel ausgesetzte Aktie fiel nachbörslich zunächst um drei Prozent.

Intel gab darüber hinaus bekannt, dass der seit 28 Jahren für den Konzern tätige Finanzvorstand Stacy Smith innerhalb des Unternehmens auf einen neuen Posten wechseln werde. Er solle sich um die Bereiche Verkauf, Fertigung und Betrieb kümmern, sobald ein Nachfolger feststehe.

Intel-Mitteilung zu Quartalsergebnissen

Intel-Mitteilung zum Stellenabbau

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Griechenland meldet kräftigen Primärüberschuss
Athen (dpa) - Griechenland hat im ersten Quartal 2017 einen Primärüberschuss von 1,7 Milliarden Euro erzielt und damit das von den Gläubigern gesetzte Ziel in Höhe von …
Griechenland meldet kräftigen Primärüberschuss
Dax kommt nicht in Schwung
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat sich nur wenig von der Stelle bewegt. Am Nachmittag notierte der deutsche Leitindex 0,12 Prozent tiefer bei 12 643,75 Punkten. Damit …
Dax kommt nicht in Schwung
Fit für den Alltag? Die Elektromobilität und ihre Tücken
Holzkirchen - Der Staat würde gerne mehr E-Autos auf den Straßen sehen, doch trotz Kaufprämie ist das Interesse schwach. Noch ist die Technologie teuer, bietet geringe …
Fit für den Alltag? Die Elektromobilität und ihre Tücken
Gabriel: China wird gefürchtete E-Auto-Quote entschärfen
Seit Monaten zittern deutsche Autobauer vor einer geplanten Produktionsquote von Elektroautos in China. Laut Außenminister Gabriel können die Hersteller aufatmen. Die …
Gabriel: China wird gefürchtete E-Auto-Quote entschärfen

Kommentare