Intel-Chef fordert bessere Ausbildung

- Berlin - Der größte Computerchip-Hersteller Intel hat die angekündigte Senkung der Unternehmenssteuern in Deutschland begrüßt. Die von Bundeskanzler Gerhard Schröder geplante Senkung der Körperschaftssteuer von 25 auf 19 Prozent reiche im globalen Wettbewerb um Investitionen und Arbeitsplätze allerdings nicht aus, sagte der Chef des US-Konzerns, Craig Barrett. "Deutschland steht noch immer weit hinter Irland, wo der Satz bei 10 Prozent liegt."

<P>In Irland unterhält der Halbleiterhersteller ein Werk mit 4800 Beschäftigten; weltweit sind es mehr als 80 000 Mitarbeiter. In Deutschland beschäftigt Intel an vier Orten 450 Mitarbeiter, vor allem in Marketing, Forschung und Entwicklung. Derzeit gebe es keine Pläne für größere Investitionen, sagte Barrett. Entscheidend dafür sei neben niedrigen Steuersätzen auch eine gute Ausbildung. Hier habe Deutschland eine sehr gute Position.<BR><BR>Barrett hat sich bereits wiederholt gegen eine Steuerharmonisierung in Europa ausgesprochen und vor einer massiven Abwanderung von Firmen gewarnt. Im vergangenen Jahr hatte der Weltmarktführer in der Chipindustrie einen Rekordumsatz von 34,2 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Der Gewinn stieg auf 7,5 Milliarden Dollar. Der Chef des US-Konzerns betonte, dass der Wettbewerb um Standorte und Arbeitsplätze längst nicht mehr allein zwischen klassischen Industrienationen ausgetragen werde. Indien, Russland oder China böten ebenfalls gut ausgebildete Arbeitskräfte bei deutlich niedrigeren Gehältern. Gegen diese Konkurrenz müssten sich die Industriestaaten um eine bessere Ausbildung bemühen. "Deutschland und die USA werden ihren hohen Lebensstandard nur mit einem guten Bildungssystem halten können", sagte er.<BR><BR>Der Intel-Chef wechselt im April an die Spitze des Verwaltungsrats. Die Nachfolge übernimmt Paul Otellini, der bisher für das Tagesgeschäft zuständig war.</P>

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