Internet-Anbieter mit miesem Service

Stiftung Warentest: - Schnelle Leitung, schlechter Service ­ so bewertet die Stiftung Warentest überregionale Internet-Anbieter. In ihrer Zeitschrift "Test" (Ausgabe 06/2007) vergleicht sie acht Provider miteinander ­ kein einziger schneidet "gut" ab.

Testverlauf

Die Verbraucherschützer schickten geschulte Testpersonen los, um sich mit Internetzugängen zu versorgen. Dabei wählten sie die jeweils "schnellsten" DSL-Angebote, mit Downloadraten von 6000, 10\x0f000 oder sogar 16\x0f000 Kilobit pro Sekunde. Exemplarisch wurde darüber hinaus das Internetzugangsangebot des größten Kabelnetzbetreibers einbezogen. Genau dieser schnitt allerdings im Vergleich am schlechtesten ab (siehe Tabelle). Die besten Bewertungen bekam T-Online, doch auch hier reichte es nur für ein "befriedigend". Einen Grund für die sinkende Qualität und die schlechten Gesamtnoten ­ fünf Provider kamen nur auf ein "ausreichend" ­ sehen die Tester im immer härter werdenden Preiskampf zwischen den Anbietern.

Technik

An der technischen Qualität der Internetverbindungen habe es den Testern zufolge nicht gelegen. Die Bewertungen fielen in diesem Punkt durchgängig "gut" aus. Die Verbindungen waren weitgehend störungsfrei und hatten meist zumindest annähernd die in Aussicht gestellten Datenraten. Der eigentliche Stolperstein im Test war der Service.

Einrichtung

Die ersten Probleme zeigten sich schon bei der Bestellung und Einrichtung der Anschlüsse: Bei Alice und freenet ging je eine Bestellung komplett verloren. Alice und Versatel ließen angekündigte Freischalttermine verstreichen, ohne den Kunden vorher zu benachrichtigen. Versatel lieferte falsche Geräte aus, und AOL buchte eine Internettelefonie-Flatrate, die nie bestellt wurde.

Anschluss und Einrichtung überließen die DSL-Anbieter den Kunden. Nur Kabel Deutschland schickte dafür einen Techniker, was die Sache im Test aber nicht unbedingt besser machte. So stellte er unter anderem erst vor Ort fest, dass ein Kabelinternet-Anschluss gar nicht möglich war ­ die Online-Verfügbarkeitsprüfung sagte zuvor genau das Gegenteil.

Unterstützung

Als "erschreckend" bezeichnen die Tester die technische Unterstützung der Anbieter per E-Mail oder Telefon. Rund 14 Minuten hingen die Testanrufer beispielsweise bei freenet im Durchschnitt in der Warteschleife ­ und 17 Tage (!) dauerte es, bis eine Anfrage per E-Mail beantwortet wurde. Auch das ist ein Durchschnittswert.

Zudem stellten die Tester fest, dass die Antworten oft wenig zufriedenstellend sind. Erst recht bei kniffligeren Anfragen.

Positiv hebe sich allein die technische Hotline von T-Online ab, doch deren E-Mail-Support sei ebenfalls ein "Totalausfall".

Transparenz

Ärgerlich sei den Testern zufolge auch die mangelnde Transparenz der Verträge. Meist sei im Vorfeld kaum präzise zu erfahren, welche Leistungen ein Internettarif im Einzelnen enthält. Und auch vor versteckten Kostenfallen warnt die Stiftung Warentest. Typisch dabei sei die Werbung mit niedrigen Preisen für Internetzugänge ­ die wahren Kosten stecken in den vorausgesetzten Festnetz- oder Kabelanschlüssen. Oder sie preisen die günstigen Flatrates ins Festnetz an, erwähnen aber nicht, was Gespräche in Mobilfunknetze kosten.

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