Facebook, Apple, Transferwise

Die Internet-Konkurrenz für Banken

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München – Große Internetkonzerne wie Facebook und Apple drängen auf den Banken-Markt. Aber auch immer mehr kleine Startups machen den Banken Konkurrenz.

Jetzt also auch Facebook: In den USA bietet das Soziale Netzwerk seit dieser Woche auch Geldüberweisungen in seinem Nachrichtendienst Messenger an. Die Facebook-Freunde können ihre Kreditkarten mit ihrem Konto verknüpfen und sich dann gegenseitig kleinere Beträge per Klick schicken. Damit ist Facebook auch erstmals im Geschäftsbereich der Banken unterwegs. Auch Apple hat in den USA unlängst einen Bezahldienst gestartet.

Der Markt der sogenannten Fintechs gilt im Silicon Valley als großes Wachstumsfeld. Als Fintech werden Internetfirmen bezeichnet, die Finanzdienstleistungen anbieten. Neue Konkurrenz für Banken kommt daher nicht nur von den Internetkonzernen. Auch zahlreiche kleine Start-Ups bieten meist einzelne Finanzdienstleistung an.

Promi-Investoren für Transferwise

Das Londoner Unternehmen Transferwise hat sich zum Beispiel auf internationale Überweisungen spezialisiert. Auf die Idee kam Gründer Taavet Hinrikus, als er von Estland nach London zog und regelmäßig Geld überweisen musste, was hohe Gebühren kostete. Weil ein Freund das gleiche Problem hatte, da er umgekehrt von England nach Estland gezogen war, überwiesen sie sich gegenseitig die Beträge, so dass das Geld das Land nie verließ. Daraus ist ein internationales Netzwerk entstanden, mit dem Überweisungen in mehr als 25 Länder möglich sind. Ein halbes Prozent Gebühren verlangt Transferwise für jede Transaktion – bei Banken sind es laut Hinrikus im Durchschnitt fünf Prozent.

In den ersten vier Jahren seit der Gründung habe das Unternehmen bereits eine Milliarde Pfund transferiert, sagte Hinrikus unserer Zeitung im Januar bei der Digitalkonferenz DLD des Burda-Verlags. Durchschnittlich überweisen die Nutzer 1500 Pfund. Wie viele Kunden Transferwise hat, will er nicht verraten. Viele prominente Investoren, unter anderem Richard Branson und Paypal-Gründer Peter Thiel, glauben an Transferwise. Laut „Financial Times“ wurde die Firma im Januar bei einer Finanzierungsrunde mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet.

Hinrikus ist wie die meisten Start-Up-Gründer unbescheiden. „Unser langfristiges Ziel ist es, dass jeder, der international Geld überweist, Transferwise nutzt“, sagt er. „Es gibt viele schlaue Leute bei den Banken, die sehen, was wir machen und sich bewusst sind, dass wir in Zukunft eine große Bedrohung für sie werden. Sie müssen sich überlegen, wie sie in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben wollen.“

Im Gegensatz zu anderen Start-Ups wie dem Taxi-Killer Uber hat Hinrikus nichts gegen Regulierung. „Wir haben eine Zulassung von der englischen Finanzaufsichtsbehörde und in Deutschland überwacht uns auch die Bafin“, sagt er. „Regulierung ist wichtig und hilft, dass uns neue Kunden schneller vertrauen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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