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Das Dowload-Portal ITunes von Apple: Das Internet wird für die Musikbranche immer wichtiger.

Internet für Musikbranche immer wichtiger

Berlin - Das Internet wird für die deutsche Musikindustrie trotz der Netzpiraterie immer wichtiger - bleibt aber (noch) ein Nischenmarkt. So viel setzt die Branche mit Downloads im Netz um: 

Erstmals hat der Verband auch Zahlen für Einnahmen über neue Erlösquellen vorgelegt, etwa Merchandising, Künstlermanagement und Pauschalvergütungen, die um elf Prozent von 110 (2008) auf 122 Millionen Euro zulegten und bereits sechs Prozent der Gesamterlöse ausmachen.

dpaVom Gesamtumsatz der Branche von 1,803 Milliarden Euro im vergangenen Jahr (2008: 1,842 Mrd) gingen 118,3 Millionen auf das Konto von Musikdownloads. Das seien 34,6 Prozent mehr als im Vorjahr (87,9 Mio Euro), teilte der Bundesverband Musikindustrie am Mittwoch in Berlin mit.

Allerdings verursache die “kostenlos Kultur“ (von Netzpiraten) noch immer einen hohen Schaden, sagte Verbandspräsident Dieter Gorny. Trotz des stark gestiegenen Musikkonsums habe die Branche in den vergangenen zehn Jahren 40 Prozent ihrer Umsätze und Arbeitsplätze verloren.

Zwar sei im vergangenen Jahr die Zahl illegaler Downloads von 316 Millionen auf 258 Millionen deutlich zurückgegangen. Die Internetpiraterie zehre aber weiter an der wirtschaftlichen Grundlage des Kreativsektors. “Wenn wir hochwertige Inhalte wollen, werden wir dafür bezahlen müssen“, betonte Gorny.

Der Gründer des Musikkanals Viva griff Tauschbörsen und sogenannte Sharehoster an, die im Internet Dateien von Anwendern speichern und zur illegalen Verbreitung geschützter Inhalte genutzt werden. Die Bundesregierung müsse bald Schritte zum Schutz des Urheberrechts unternehmen. Sonst werde es der Buchbranche, den Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen sowie den Filmproduzenten so ergehen, wie der Musikindustrie.

Es müsse dabei nicht soweit kommen wie in Frankreich, wo Verstöße mit Abschaltung des Internetzugangs bestraft werden. Bisher setzte sich die Branche in Deutschland mit Abmahnungen zur Wehr. Die Musikindustrie würde darauf gerne verzichten und stattdessen zunächst Warnhinweise versenden. “Warnhinweise machen aber nur Sinn, wenn sie mit einer Sanktion verbunden sind“, sagte Gorny.

Deutschland überhohlte im ersten Halbjahr 2009 Großbritannien als drittgrößten Musikmarkt der Welt. Als besonders stabil hätten sich die CD-Verkäufe erwiesen, die im Vergleich zum Vorjahr (145,1 Mio. Euro) um 1,5 Prozent auf 147,3 Millionen Euro gestiegen seien. Der CD-Absatz legte sogar um 1,5 Prozent auf 147,3 Millionen Stück zu und stellt rund 90 Prozent des Umsatzes aus Musikverkäufen. Umsatztreiber bei den Downloads waren die Musikalben (Bundles), deren Absatz um 65 Prozent auf 7,6 Millionen Euro stieg. Insgesamt lagen die Musikverkäufe, neben den CDs etwa auch Singles und DVDs, bei 1,53 Milliarden Euro (2008: 1,582).

dpa

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