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Zum Umstieg gezwungen

Internet-Telefonie: Telekom droht Kunden mit Kündigung

München - Die neue Telefon-Technik via Internet soll trotz anhaltender Pannen durchgesetzt werden – inzwischen mit ziemlicher Vehemenz. Das ist rechtlich sogar zulässig.

Die Deutsche Telekom versucht mit wachsender Vehemenz, ihre Kunden zum Umstieg auf die neue Internet-Telefonie (IP) zu drängen. Der Konzern droht einzelnen Kunden bereits mit einer Kündigung des alten Telefon-Vertrages, um sie zum Wechsel zu bewegen. Dabei hatte sich die neue Internet-Technik der Telekom in den vergangenen Monaten als äußerst störanfällig erwiesen.

So wurde ein Kunde von der Telekom schriftlich aufgefordert, sich mit dem Unternehmen in Verbindung zu setzen, um „den optimalen neuen Vertrag“ für den „Anschluss der Zukunft“ zu finden. Ansonsten sehe sich die Telekom gezwungen, den bestehenden Vertrag „einschließlich der an Ihrem Anschluss zugebuchten Produkte und Leistungen zum Ende der Laufzeit zu kündigen“, heißt es in dem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt.

Rein rechtlich sei dies nicht zu beanstanden, heißt es bei der Verbraucherzentrale Bayern. Das Verhalten der Telekom sei allerdings alles andere als kundenfreundlich.

Schließlich war zum Zeitpunkt der Kündigungsdrohung bereits bekannt, dass die IP-Technik der Telekom nicht richtig funktioniert. Kunden, die umgestiegen waren, hatten berichtet, dass die neue IP-Telefonie über Monate immer wiedervon Störungen betroffen war. Die Telekom hatte das bestätigt. Telefon-Leitungen blieben zeitweise über Stunden oder sogar Tage tot. Selbst Notrufe waren nicht mehr möglich. Noch immer ist ein Ende der Störungen nicht absehbar.

Trotz allem hält die Telekom offenbar an ihrem ehrgeizigen Plan fest, bis Ende 2018 ihre rund 20 Millionen Festnetz-Anschlüsse in Deutschland durch IP-basierte Anschlüsse zu ersetzen – zur Not auch mit angedrohter Vertragskündigung. Die Telekom war gestern zu keiner Stellungnahme bereit.  

sh

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