Bis 2022

IP-Telefonie: Vodafone verzichtet auf Zwangsumstellung

München – Gute Nachricht für ISDN-Kunden, die nicht auf Internet-Telefonie umstellen wollen: Vodafone, die Nummer drei unter den DSL- und Festnetzanbietern in Deutschland, hat angekündigt, zumindest bis zum Jahr 2022 bestehende ISDN-Anschlüsse nicht gegen den Willen ihrer Kunden abzuschalten.

Der Verzicht auf einen Zwangsumstieg auf die neuere aber mitunter auch störanfällige IP-Technologie soll sowohl für Geschäfts- als auch Privatkunden gelten. Geschäftskunden können sogar noch bis 2019 neue ISDN-Verträge abschließen. „Und wenn Kunden auch über 2022 hinaus Bedarf für ISDN anmelden, werden wir das prüfen“, so Robert Hackl, Mitglied der Geschäftsführung des Düsseldorfer Konzerns im Gespräch mit unserer Zeitung Die Entscheidung werde dann in einigen Jahren fallen. Man richte sich „alleine nach dem Kunden“.

Konkurrenten haben zuletzt ISDN-Kunden reihenweise in die IP-basierte Angebote gedrängt. Die Telekom etwa will bis Ende 2018 alle Anschlüsse auf Internet-Telefonie umstellen. Mit neuen Angeboten will Vodafone zudem verhindern, dass auch künftig viele seiner Kunden etwa nach einem Umzug erst einmal nicht erreichbar sind. Festnetz- und Internetkunden warten nach Vertragsabschluss bei den meisten Anbietern oft wochenlang auf die Freischaltung ihres Anschlusses, etwa weil ein Termin mit dem Techniker platzt. Für diese Übergangszeit hat Vodafone mehrere ab Mitte September verfügbare Angebote aufgelegt. So bekommen etwa Kunden, die auch bei Vodafone ihren Handyvertrag haben, 50 GB zum Surfen gratis freigeschaltet. Diese können sie per W-Lan auch mit dem Computer nutzen. Das Smartphone werde zum DSL Ersatz. Neukunden ohne Mobilfunkvertrag will Vodafone mit einem Surf-Stick mit 30 GB Datenvolumen ausstatten. 50 GB Datenvolumenvolumen gibt es mit einem LTE-Mifi-Hotspot, der mit bis zu zehn Geräten genutzt werden kann. Die Geräte will Vodafone laut Hackl zum Selbstkostenpreis ausgeben. Die Kunden könnten diese dann auch bei späteren Störungen nutzen.

Tobias Lill

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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