Internet-Dialer: Kaum einer ist registriert

- München - Wer auf einen "Internet-Dialer" reinfällt, ein Computerprogramm, das teure Internet-Verbindungen herstellt, muss künftig in vielen Fällen nicht mehr zahlen. Nur eine Hand voll Anbieter haben die Einwahlprogramme bei der Regulierungsbehörde registrieren lassen. Deren Präsident Mathias Kurth nannte auf einer Veranstaltung des Münchner CSU-Bundestagsabgeordneten Johannes Singhammer Zahlen: Ein Anbieter habe 1200 Dialer angemeldet, vier weitere bis zu zehn. Bei allen anderen dieser Programme fehlt die Grundvoraussetzung für eine Zahlungspflicht.

Vor der neuen Rechtslage hatten die Anbieter, die über diese Programme astronomische Gewinne einstreichen konnten, gedroht, die Behörde mit Millionen von Registrierungen zu überfluten.<BR><BR>Darüber hinaus dürfen sich Dialer nach der neuen Rechtslage nicht mehr automatisch auf Computern installieren. Der Nutzer muss dem Bezug des Dialers, dessen Installation oder Aktivierung sowie jeder Verbindungsherstellung ausdrücklich zustimmen. Dennoch empfiehlt Kurth mögliche Missbrauchsfälle über einen "Screenshot", der den Bildschirminhalt speichert, zu dokumentieren (im Windows PC-Taste "Print", anschließend in einem Bildbearbeitungsprogramm in eine neue Datei einfügen - "Strg V" - und abspeichern).<BR><BR>Unter www.regtp.de können im Internet Informationen zu Dialern abgefragt werden. Auch über gebührenpflichtige 0900er-Telefonnummern steht unter dieser Adresse eine Datenbank bereit. Bei 0190er-Nummern müssen die Daten dagegen schriftlich bei der Behörde erfragt werden (Druckschriftenversand, Zeppelinstraße 16, 99096 Erfurt).<BR><BR>Kurths Behörde wird möglicherweise bald außer für Post und Telefon auch für die liberalisierten Märkte für elektrische Energie und Gas zuständig sein. Singhammer, der auch stellvertretender Beiratsvorsitzender der Regulierungsbehörde ist, will sich dafür stark machen, dass diese die Aufgabe bekommt, für die unter anderem auch das Bundeskartellamt sowie andere Stellen ins Gespräch gebracht worden sind.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trotz US-Sorgen: Elektroindustrie erwartet Rekordumsatz
Trumps Abschottungspolitik und der Brexit bereiten der deutschen Elektro-Industrie großes Kopfzerbrechen. Neben den Risiken gebe es aber auch Chancen, meint der …
Trotz US-Sorgen: Elektroindustrie erwartet Rekordumsatz
Brexit-Urteil: Ökonom erwartet keine Kursänderung Londons
Frankfurt/Main (dpa) - Großbritannien wird nach Einschätzung von Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer auch nach dem Urteil des obersten britischen Gerichts die EU …
Brexit-Urteil: Ökonom erwartet keine Kursänderung Londons
Etihad-Chef Hogan geht - Beteiligungen auf dem Prüfstand
Etihad-Konzernchef James Hogan verlässt die arabische Airline. Nun überprüft der Air-Berlin-Großaktionär auch seine Beteiligungen an anderen Fluggesellschaften.
Etihad-Chef Hogan geht - Beteiligungen auf dem Prüfstand
Mietsoftware bleibt SAPs Wachstumstreiber
Mit dem Umbau seines Geschäftsmodells hin zu mehr Mietsoftware wollte der Softwarekonzern SAP unabhängiger von den schwankenden Lizenzeinnahmen werden. Der Plan scheint …
Mietsoftware bleibt SAPs Wachstumstreiber

Kommentare