Internet-Trödler auch ohne Internet-Zugang

- München - Schlitten lagern in überquellenden Regalen neben Autoreifen, Fernsehern, Designerkleidung oder Kunst. Im Lager des Münchner Dropshop sieht es nach Flohmarkt aus. Das ist die Geschäftsidee: Der Kunde bringt die Gegenstände, Dropshop-Gründer und Chef Gerry Haag und sein Team bieten die Dinge über das Internet an - das Onlineauktionshaus Ebay macht's möglich.

<P>Mehr als 16 Millionen Menschen bieten auf der Internetseite www.ebay.de Waren an oder steigern online mit. Für viele potenzielle Hobbyauktionäre ist der Zeitaufwand aber zu hoch, andere haben keinen Internetzugang. Beide Fälle sind Zielgruppe des Dropshop. "Der Kunde bringt seine Ware, geht heim und wartet auf sein Geld", erklärt Mitarbeiter Jörg Thatje die Firmenphilosophie. Um den Rest kümmert sich Dropshop. Die Ware wird registriert, fotografiert und meist innerhalb eines Tages bei Ebay zum Startangebot für einen Euro online gestellt. Sieben Tage dauert die Onlineauktion, wird der Artikel dann verkauft, kümmern sich Haag und seine Mitarbeiter um Versand und Abrechnung. 14 Tage wird wegen des Rückgaberechts gewartet, dann erhält der Dropshop-Kunde den Verkaufserlös auf sein Konto überwiesen - minus der nicht gerade geringen Provision. Bis 200 Euro Verkaufserlös behält der Dropshop 45 Prozent, für die folgenden 300 Euro werden 35 Prozent fällig, über 500 Euro sind es immerhin noch 20 Prozent. "Die Gebühren sind zwar hoch, dafür muss sich der Kunde um nichts mehr kümmern", sagt Haag. Alle Gebühren sind ebenso inbegriffen wie die Verkaufsabwicklung.</P><P>Bleibt die Gefahr, dass die Ware bei der Auktion nicht den erhofften Preis erzielt. "Wir haben schon wegen der Provision auch ein hohes Interesse, den besten Preis zu erzielen, letztendlich entscheidet der Markt", sagt Haag. Deswegen werden keine Waren angenommen, die nach Erfahrung und Einschätzung des Dropshop nicht mindestens 50 Euro bringen. Auch Gegenstände über 30 Kilo oder 1,80 Meter werden nicht versteigert.</P><P>Ausnahme beim Preis: CDs, Bücher, DVDs oder Videos, wenn sie auf über 10 Euro geschätzt werden. Diese Medien bietet der Dropshop zusätzlich über Amazon.de zum Festpreis an. Besonders gut laufen moderne Elektronikartikel, aber auch Plattenspieler, Kameras, Kuriositäten wie alte Karussellpferde aus Holz oder Musikinstrumente. "Für ein Cello hatten wir schon Angebote aus Japan", sagt Thatje.</P><P>300 Angebote hat der Dropshop bei Ebay im Durchschnitt online. "90 Prozent werden verkauft", sagt Haag. Die meisten Kunden seien zufrieden und würden wiederkommen. "Wir denken derzeit aktiv über weitere Läden nach."</P>

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